Parchim : Feuer und Flamme für diese Garde

Chefchoreografin und Trainerin Kathleen Bischoff (r.) freut sich mit ihren Schützlingen über das tolle Abschneiden bei den Landesmeisterschaften in Demen.
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Chefchoreografin und Trainerin Kathleen Bischoff (r.) freut sich mit ihren Schützlingen über das tolle Abschneiden bei den Landesmeisterschaften in Demen.

Kathleen Bischoff kommt jedes Wochenende zurück in ihre Geburtsstadt - als Chefchoreografin im karnevalistischen Tanzsport

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12. Januar 2018, 21:00 Uhr

Kathleen Bischoff wohnt und arbeitet schon eine ganze Weile in Hamburg, doch immer wieder sonnabends zieht es sie in Sachen Ehrenamt zurück in ihre Geburtsstadt an der Elde. Die 28-Jährige ist Chefchoreografin und eine von sieben Trainerinnen bei der Tanzsportgarde unter dem Dach SV Einheit 46 Parchim. Unter ihren Fittichen stehen fast 20 Tänzerinnen und zwei Tänzer der Stadtgarde sowie die drei Tanzmariechen Nadine Ehrhardt (17), Vanessa Focht (13) und Svenja Rülke (12).

Ein Leben ohne karnevalistischen Tanzsport? Für Kathleen Bischoff derzeit undenkbar, nachdem sie selbst seit der ersten Klasse damit aufgewachsen ist: Ihre ersten Schritte als Tänzerin machte sie damals im Parchimer Carneval Club. Später gehörte sie zu der Formation „Dance4Generations“. Bereits als Teenager mit 14 Jahren begann Kathleen Bischoff ein Gespür dafür zu entwickeln, wie das so funktioniert, bevor ein Tanz richtig rund ist, indem er eine in sich geschlossene Geschichte erzählt und auch noch mit den strengen Regeln des Bundes Deutscher Karneval kompatibel ist. Seitdem brennt sie regelrecht für diesen kreativen Job hinter den Kulissen. Während des Studiums legte Kathleen Bischoff zwar mal eine einjährige Pause vom karnevalistischen Tanzsport ein, doch mit jeder Woche wurde die Sehnsucht zu ihrer Parchimer Truppe größer. Seit 2014 trägt sie in der Tanzsportgarde die Gesamtverantwortung für den choreografischen Bereich. Zu den Leistungsträgern des Vereins, die außerhalb des Rampenlichtes aktiv sind, gehören ebenfalls Mama Iris Bischoff und Schwester Anika (21).

Etwa zwei Wochen rattert es ununterbrochen in ihrem Hinterstübchen, bevor Kathleen Bischoff mit einem Grundkonzept für einen neuen Tanz und ganz viel Herzklopfen erstmals den Austausch mit den anderen Verantwortungsträgern im Verein sucht. So war es auch vor gut zwei Jahren mit dem aktuellen Paradetanz der Junioren. Die Initialzündung für den „Polarstern“ hatte sie während einer Autofahrt. Im Radio lief der Coldplay-Song „A Sky full of stars“. Und plötzlich schlugen die Ideen im Kopf mal wieder Purzelbäume... Ihr Baby ist ebenfalls die Choreografie für den Schautanz „Viel zu viel ist nicht genug“, den Kathleen Bischoff der Stadtgarde auf den Leib schrieb. Erst vor wenigen Wochen gelang es den Tänzern der Generation 15+ bei den Landesmeisterschaften in Demen, das Publikum mit dieser Inszenierung von den Stühlen zu reißen. Und die Jury belohnte die Darbietung mit tollen Wertungsnoten. „Wenn nach einem gelungenen Auftritt die Emotionen auf der Bühne frei werden, ist das für mich die größte Bestätigung, dass sich die Arbeit gelohnt hat“, beschreibt Kathleen Bischoff diesen Gänsehautmoment. „Wir wollen alle zusammen das Beste geben, sportlich weiter wachsen und Spaß an unserem Hobby haben. Das ist unserer Anspruch. Wir sind eine klasse Gemeinschaft.“ Andersherum schöpft Kathleen Bischoff durch ihr Ehrenamt und das Zusammensein mit so vielen unterschiedlichen Menschen allwöchentlich auch immer wieder neuen Input für ihren beruflichen Alltag als Kommunikationsdesignerin. „Das hier in Parchim ist mein Anker“, gesteht sie. Zweimal im Jahr genehmigt sie sich ein komplett tanzsportfreies Wochenende, um mit Freunden auch mal ein Konzert oder ein anderes Event besuchen zu können. Wenn sie an einem Sonnabend nicht in Parchim die Stadtgarde oder die Tanzmariechen trainiert bzw. ihre Schützlinge zu Wettbewerben oder Auftritten begleitet, ist sie dennoch in Sachen Tanzsport auf Achse - zum Beispiel als Verantwortliche für Jugend und Tanz im Landeskarnevalverband von MV oder als Vorstandsmitglied im Bund Deutscher Karnevaljugend. Im März werden Kathleen Bischoff sowie viele weitere Mitglieder der Tanzsportgarde als Zaungäste bei den großen Turnieren in Aachen und Halle dabei sein. Der Blick über den Tellerrand sei unverzichtbar, um sich weiterentwickeln zu können. „Ich hoffe, dass wir noch so viel zusammen erleben.“ Im Hinterstübchen der Choreografin scheint es jedenfalls schon wieder mächtig zu rattern.

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