Scheune stand in Flammen : Feuer reißt Granziner aus dem Schlaf

Gegen 2 Uhr wurde in Granzin bei Stolpe das Feuer entdeckt.
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Gegen 2 Uhr wurde in Granzin bei Stolpe das Feuer entdeckt.

Ist Strohscheune Brandstiftern zum Opfer gefalllen? / Vor zwei Jahren hat es hier schon einmal gebrannt / Polizei nahm Ermittlungen auf und sucht Zeugen

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25. März 2015, 20:30 Uhr

Das kleine Dorf Granzin bei Stolpe war in der Nacht zum Mittwoch erneut Schauplatz eines Großfeuers. Eine Scheune der Agrar GmbH Stolpe mit Stroh stand in Flammen. Es ist das zweite Feuer in dem kleinen Ort in den vergangenen beiden Jahren.

Wenige Minuten vor zwei Uhr bemerkte eine Anwohnerin erste Flammen und alarmierte die Feuerwehr. Die Sirene hörten auch die Beamten der nahe gelegenen Autobahnpolizei und sahen den roten Lichtschein am Horizont. Sogleich eilten sie zur Brandstelle und übernahmen erste Sicherungen, da die Lagerhalle bereits voll in Flammen stand.

Kurz darauf trafen die Wehren aus Stolpe, Groß Godems und Parchim ein. Umgehend wurde die Brandbekämpfung aufgenommen, da einige Fahrzeuge wasserführend sind und somit für einen Erstangriff das nötige Nass zur Verfügung steht. Bewährt hat sich zum wiederholten Male der Großtankwagen mit 20 000 Liter Wasser der Parchimer Wehr, liebevoll Wasserkuh genannt. Dieser Tankwagen wurde durch die Parchimer Kameraden vor rund 15 Jahren in Eigenleistungen für diese speziellen Feuerwehrbedürfnisse umgebaut. „Wir hatten schon immer Probleme mit der Wasserversorgung auf der Autobahn, auf Feldern und in Wäldern. In diesen Bereichen sind meist keine Brunnen oder Hydranten, die angezapft werden können“, erklärt Parchims Wehrchef Bernd Schröder. Auch gestern war dieser Großtankwagen wertvoll, denn es standen nur ein Brunnen und ein Hydrant zur Verfügung, wobei die Wasserentnahme hier bereits an die Grenzen stieß.

Die Groß Godemser Kameraden hatten ihr erst im vergangenen November in Dienst gestelltes Tanklöschfahrzeug (TLF) im Einsatz und bekämpften unter anderem mit dem Monitor (Strahlrohr auf dem Dach des Fahrzeugs) das Feuer.

Gemeinsam wurden die Flammen bekämpft, jedoch konnte ein komplettes Niederbrennen der Halle nicht verhindert werden. Mehrere hundert Strohrundballen mussten aus der Halle geschafft werden. Die Technik des Landwirtschaftsbetriebes war dabei hilfreich. Mittels eines Radladers wurde erst die Toreinfahrt gesichert. Der Sturz drohte einzufallen Danach wurden die Strohballen aus der Halle auf eine freie Fläche transportiert, wo sie von den Stolper und Groß Godemser Kameraden abgelöscht wurden. Während die Parchimer gegen 6 Uhr ihren Einsatz beendeten, übernahmen die anderen Wehren die Brandwache und das Ablöschen der Strohballen.

Den Sachschaden beziffert die Polizei nach ersten Schätzungen mit rund 30 000 Euro. Der Kriminaldauerdienst hatte noch in der Nacht mit den Ermittlungen begonnen. Gestern Vormittag waren Kriminalbeamte erneut vor Ort. Wie Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust bestätigt, gehen die Experten derzeit von Brandstiftung aus. Die Beamten bitten Anwohner oder Verkehrsteilnehmer, die sich in der Nähe befanden, Auffälligkeiten oder sonstige Hinweise der Polizei zu übermitteln.

Erst vor zwei Jahren, am 28. Februar 2013, brannte eine Lagerhalle dieser Firma. Seinerzeit wurden Stroh, Heu, Futtermittel und ein Ackerschlepper vernichtet. Dabei entstand ein Schaden von rund 300 000 Euro.

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