30. Stadtfest in Parchim : Feucht & fröhlich in Pütt gefeiert

Blumen und Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement von Parchimer Bürgern
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Blumen und Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement von Parchimer Bürgern

Am Wochenende feierten die Parchimer zum 30. Mal ihr Stadtfest. Für gute Laune sorgten unter anderen Schlagersänger Olaf Henning und der ehemalige NDW-Star Peter Schilling.

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26. Mai 2013, 06:44 Uhr

Parchim | Das Jubiläumsstadtfest wird Besuchern und Veranstaltern gleichermaßen in Erinnerung bleiben. Obwohl dunkle Wolken und Regenschauern schon in den zurückliegenden Jahrzehnten öfter die Partygäste in der Kreisstadt auf eine harte Probe gestellt haben, wurden diesmal die schlimmsten Befürchtungen wahr: Es schüttete wie aus Gießkannen und das fast durchgehend. Als hätten es die Organisatoren schon vorher geahnt: Mit Schlagersänger Olaf Henning wurde ein Stargast engagierten, der erst jüngst den Titel "Ich mal für dich den Himmel blau" auf den Markt brachte. Doch die Rechnung ging nur teilweise auf. Hinter kleinen und großen Künstlern, Schaustellern, Händlern und Gastronomen liegen mitten im Frühling drei düstere "Herbsttage", die größtenteils nur mit Galgenhumor zu überstehen waren.

Kaum hatte Peter Schilling - seit den 80er Jahren besser bekannt als "Major Tom" - am Freitagabend als musikalischer Globalplayer Parchimer Kinder zu einem Workshop eingeladen, bei dem er den Jungen und Mädchen einen Blick hinter die Showbühnen-Kulisse ermöglichte, machte Petrus zur Einstimmung für Minuten die Schleusen auf. Die Eröffnungsshow traf den Geschmack der Parchimer. Der 57-Jährige, der in diesem Jahr selbst sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert und mit seinem Song "Völlig losgelöst" von Europa bis in die USA einen der meist gespielten Titel zum Jubiläumsstadtfest mitbrachte, hatte als Botschafter der Kinderhilfe vor dem Konzert auf dem Alten Markt 50 Schulranzen als Geschenk übergeben, die nun bedürftigen Kindern zu Gute kommen. Er bekam dafür viel Beifall.

Die Hoffnung, dass sich die dunklen Wolken am zweiten Veranstaltungstag verziehen, erfüllte sich erst in den späten Abendstunden. Längst war entschieden worden, dass der DRK-Flohmarkt ganz ausfällt, das traditionelle Bankdrücken ins Fitnessstudio verlegt und die Kinderhüpfburg in der Fischerdammhalle aufgebaut wird. Auch Tanzdarbietungen mussten auf regennassen Holzdielen entfallen. Für das mit riesigen Aufwand vorbereitete integrative Kulturfest "Mittendrin", bei dem nach einem Jahr Pause wieder einmal Behinderte und Nichtbehinderte ein buntes Programm auf dem Schuhmarkt zeigen wollten, gab es zum Glück ein schützendes Dach auf der kleinen Bühne. Die gut beschirmten - aber leider nur wenigen Zuschauer - klatschten bei jeder Vorführung umso stärker. Die Laienkünstler, die wieder alles gaben, hatten sich den Applaus mehr als verdient. Dieser galt auch den Parchimer Bürgern, die mitten im Programm für ihr ehrenamtliches Engagement vom ZIP-Büro (Zusammen in Parchim) geehrt wurden.

Nur ein kleiner harter Kern der Fans, schunkelte derweilen mit dem Wildecker Herzbuben Wolfgang Schwalm auf der Bühne am verwaisten Festplatz.

Das "Abend-Duell" - Fußball-Live-Übertragung auf dem Schuhmarkt oder Party mit Ostseewelle Hit Radio, Papermoon Showband und Schlagermafia auf dem Alten Markt - entschieden letztere zahlenmäßig für sich. Die Gäste, die später auf dem Pflaster sogar tanzten, wurden mit einer Regenpause belohnt.

Zum Finale am gestrigen Sonntag beruhigte sich die Wetterlage dann doch noch. Moderator Ralf Markert hatte warme Worte und mit "Swing for Fun" auch heißen Swing für den kühlen Sonntag mitgebracht. Da bescherte Star Olaf Henning (Komm, hol das Lasso raus) ein schönes Finale für das 30. Stadtfest.

Die verregnete Party ist verständlicherweise Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die seit Jahren das Konzept des womöglich in die Jahre gekommenen Stadtfestes in Frage stellen. Soll auch künftig an drei Tagen gefeiert werden? Warum wird kein Festzelt aufgestellt? Übersteigen die Kosten (in diesem Jahr rund 48 000 Euro) die Möglichkeiten der klammen Stadtkasse? Sollten die Besucher künftig Eintritt zahlen? Schon am Wochenende wurde die Diskussion von den Facebook-Fans im Internet eröffnet. Die Verwaltung scheint gut beraten, alles erst einmal gründlich zu analysieren und darüber nicht nur hinter verschlossenen Bürotüren, sondern öffentlich zu diskutieren. Wer diesmal (noch) nicht in Feierlaune kam, muss nicht traurig sein, denn nach den Sommerpartys folgt auf jeden Fall eine Neuauflage des Martini-Marktes, der diesmal sogar mit einem Zuschlag fünf Tage dauern wird.

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