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Parchimer Zeitung

17. Oktober 2017 | 08:05 Uhr

Domsühl : Fest hätte mehr Gäste verdient

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gemeinde feiert unter den Eichen in Domsühl . Erst zum Abend beim Tanz im Zelt wurde es voll.

von
erstellt am 19.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Versöhnlicher Abschluss des Eichenfestes in Domsühl: Zum Tanz mit DJ Hans Wahnsinn am Samstagabend kamen rund 200 Besucher. Über den Tag hätte das Fest allerdings weit mehr Resonanz vertragen können.

Als die letzten Klänge der Blasmusik aus Banzkow am Mittag verklangen, waren im Festzelt nur wenige Tische besetzt. „Wunderbar, ganz wunderbar“, freute sich die älteste Besucherin Ursula Wiechmann (95). Nur drei Jahre hatte sie aus gesundheitlichen Gründen die Feier ausgelassen, sonst war sie immer dabei. Ihr Mann Hasso (90) erinnerte an frühere Feste in Domsühl, die weit mehr Besucher anzogen. Höhepunkt sei das Bezirkserntefest 1989 mit 3000 Leuten gewesen. Aber nicht nur die Gäste seien rarer geworden – auch die Eichen für das Fest unter Eichen. Stimmt, sagt Ex-Bürgermeister Hermann Freude. Aber es wurden auch neue gepflanzt. Um die Eichen im Ort drehen sich viele Geschichten. Eine auf dem Festplatz wurde 1945 gefällt, weil sie sich Hitler-Eiche nannte und mit einem Zaun umgeben war.

Die Gemeinde hatte das von Ehrenamtlichen getragene Fest in diesem Jahr zeitlich verändert. Der Skatabend war bereits einen Tag früher – am Donnerstag. Doch ein ganzer Veranstaltungstag, nämlich der Sonntag, fiel weg. Grund: Der Stamm der Helfer ist geschrumpft und gealtert, wie SVZ berichtete. So wurde der Sonntag zum Abbauen benötigt.

Es lohne sich nicht mehr, meinte der Betreiber eines Fahrgeschäfts aus der Region am Samstagnachmittag kritisch. Er erinnerte an frühere Jahre, als sogar Autoscooter auf dem Festplatz waren. Der Koch vom Eichenkrug Egon Schulz, der traditionell Erbseneintopf aus der Gulaschkanone austeilte, spürte auch deutlich die kleinere Kundschaft. Beim Preisskat hatte es dagegen mit 45 Teilnehmern einen neuen Rekord gegeben, berichtete er.

Für Abwechslung auf dem Festplatz sorgte traditionell u.a. die Polizei. So waren die beiden Brüder Ralf und Frank Oberländer präsent. Der eine zeigte, wie beispielsweise die Geschwindigkeitsmessung, Alkohol- und Drogentest funktionieren und mit welcher Ausrüstung die Polizei unterwegs ist. Der andere gestaltete für Kinder einen Roller- und Fahrradparcours.

Ein eindrucksvolles Bild bot die Gemeindefeuerwehr. Mit drei Fahrzeugen aus den einzelnen Wehren in drei Ortsteilen war sie angerückt. Präsent sein, das war auch wichtig für die Jugendfeuerwehr mit Michael Hoffmann an der Spitze. 22 Mitglieder im Alter von sechs bis 14 Jahren gehören zu der Gruppe. Am Sonnabend sorgten die Kameraden u.a. für Spaß beim Zielen mit der Feuerwehrspritze. Ob der Nachwuchs mit 18 Jahren Mitglied einer Wehr wird, sei ungewiss, weiß Hoffmann. Doch für ihn ist wichtig: Die Kinder sind beschäftigt. Sie sind runter von der Straße und bekommen soziale Kompetenz.

Zum Programm auf dem Festplatz gehörten u.a. auch Bogenschießen, Hüpfburg, Glücksrad und sportliche Schnupperstunden unter dem Titel Fit in Domsühl mit Sandra Schwarz.

Im Großen und Ganzen zeigte sich Bürgermeister Hans-Werner Beck gestern am Tag nach dem Fest zufrieden. Er geht zugleich auf Ursachensuche, weshalb nicht mehr Gäste das Angebot nutzten. Es soll dabei bleiben, dass das Eichenfest auch im kommenden Jahr auf einen Tag konzentriert wird, sagte er nach einer ersten Auswertung der Organisatoren am Sonntag. Allerding sei zu überlegen, dass es im kommenden Jahr zwischen drei und fünf Uhr am Nachmittag ein Highlight gibt, das Besucher anzieht. Beck will sich auch in Nachbargemeinden Tipps holen, damit das Eichenfest wieder mehr Besucher anzieht.

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