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Parchimer Zeitung

23. November 2017 | 04:58 Uhr

Parchim : Familien bekommen Bauland

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Parchims Stadtvertreter bringen Wohnbaulandentwicklungskonzept auf den Weg: Bis zu 400 neue Grundstücke möglich

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 21:00 Uhr

95 Seiten stark ist das Wohnbaulandentwicklungskonzept (WBEK), das die Parchimer Stadtvertretung in ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend einstimmig verabschiedeten. „Damit kann künftig ein planmäßiges Vorgehen zur Bereitstellung von Wohnbauland sichergestellt werden“, begründeten die Berliner Planer Dr. Heike Gerth und Diplom-Ingenieur Karl Wefers die Ergebnisse ihrer Arbeit, die den Parchimer Bürgern bereits im Juli bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt worden war (SVZ berichtete).

Rund 60 mögliche Standorte für eine künftige Wohnbebauung im Parchimer Stadtgebiet hatten die Planer unter die Lupe genommen, 41 davon besonders intensiv. Diese potenziellen Wohnbauflächen wurden dann mit Hilfe von 39 Parametern auf ihre Eignung geprüft – Flächengröße, Lage, Erschließung, Infrastruktur und das Vorhandensein bereits fertiger Bebauungspläne waren nur einige davon.

Letztlich wurden drei Kategorien gebildet. „Bis zu 180 Grundstücke stellten sich als gut geeignet heraus“, berichtete Stadtplanerin Dr. Gerth. Etwa 120 Grundstücke verfügen über eingeschränktes Potenzial, der Rest wurde als ungeeignet eingestuft.

In die Untersuchung nicht einbezogen wurden Flächen in der Altstadt, der Weststadt, ausgewiesene Baulücken sowie die Stadtteile. „Insgesamt ließen sich zwischen 300 und 400 neue Wohnbaugrundstücke darstellen, die in unterschiedlichem Tempo und Aufwand verfügbar gemacht werden könnten.“

Mit dem Wohnbaulandentwicklungskonzept nimmt die Stadt ein Instrument in die Hand, um angemessen auf die neue Nachfrage nach Baugrund reagieren zu können. „Es fragen sowohl Parchimer selbst – darunter viele junge Haushalte - als auch Interessenten von außerhalb nach“, berichteten die Planer. Diese Nachfrage lasse sich mit dem vorhandenen Bestand nur unzureichend befriedigen. „Deshalb sollten neue Wohnbauflächen generiert werden.“ Zu bedenken sei allerdings, dass jedes zusätzliche Angebot die Nachfrage nach bestehenden Wohnungen oder Häusern reduziere. „Deshalb ist der Bevölkerungsrückgang und die innere Entwicklung der Stadt zu berücksichtigen.“

Über die Ausweitung von Siedlungsflächen sollte erst nach Ausschöpfung des innerstädtischen Potenzials und bei deutlich zunehmender Nachfrage nachgedacht werden, mahnten die Planer Augenmaß an. Der Neubaubedarf sei moderat und auf maximal 30 Wohnungen pro Jahr einzuschätzen. In Parchim seien in jüngster Zeit beim Neubau zwei Marktsegmente in den Vordergrund gerückt: Wohnen im Alter (barrierefrei, betreut, zur Pflege) sowie das klassische Einfamilienhaus. „Weite Bevölkerungsschichten werden aber auf preiswerte Wohnungen angewiesen bleiben.“ In diesem Segment verfüge Parchim noch über einen ausreichenden Bestand, „zumal in guter Qualität“.  

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