Mecklenburgischen Landpute GmbH : Export-Tour macht in Severin Station

Geschäftsführer Armin Kremer (2.v.l.)  gab den Gästen einen Einblick in die Produktionsbedingungen. Horst Kamke
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Geschäftsführer Armin Kremer (2.v.l.) gab den Gästen einen Einblick in die Produktionsbedingungen. Horst Kamke

Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern haben eine hohe Qualität. Aber sie haben es schwer, auf neue Märkte zu gelangen. Der Landwirtschaftsminister auf Export-Tour bei der Mecklenburgischen Landpute in Severin:

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11. September 2012, 09:38 Uhr

Severin | "Die Unternehmen Mecklenburg-Vorpommerns müssen ihre Exportquote steigern", forderte Landwirtschaftsminister Till Backhaus, als er bei seiner Export-Tour bei der Mecklenburgischen Landpute GmbH in Severin Station machte. Dorthin waren rund 70 Unternehmen der Ernährungswirtschaft der Einladung der Staatskanzlei gefolgt. "Die Produkte aus unserem Land sind von hoher Qualität", lobte Backhaus. Damit müsse es doch möglich sein, in bestehende Märkte zu gelangen oder sich neue Märkte zu erschließen. "Nur so können wir langfristig unsere heimischen Wirtschaft zukunftsfähig sichern, damit sie gute Löhne zahlen kann, um die Abwanderung von qualifizierten Fachkräften zu verhindern." Im Rahmen einer Umfrage bei 144 Unternehmen äußerten sich 113 zum Exportgeschäft. 62 Firmen machen Geschäfte mit Österreich, den Niederlanden, Dänemark oder Russland. "Danach verliert es sich." Augenfällig sei, dass sich auf den Exportmärkten vor allem konzerngeführte Unternehmen tummeln. "Mittelständische oder kleine Firmen haben diesen Sprung meist noch nicht gewagt." In der Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns liege die Exportquote gerade einmal bei zehn Prozent, bundesweit sei sie mehr als doppelt so hoch. "Wir sind noch sehr marktfern", bedauerte der Minister. "Die Entwicklungen in den Ballungszentren laufen an uns vorbei." Dennoch schaue die Branche darauf, was sich in Mecklenburg-Vorpommern tue. Das Landwirtschaftsministerium erarbeite derzeit ein modernes Leitbild, das auch ethische Komponenten der Nahrungsmittelproduktion enthalte. "Wir liefern 30 Prozent aller Bio-Eier in Deutschland." Aus diesem Masterplan sollen sich die Förderschwerpunkte bis zum Jahr 2020 entwickeln.

Till Backhaus verwies darauf, dass sein Ministerium Förderprogramme für den Export aufgelegt habe, "was aber nicht hinreichend bekannt ist". Wenn sich beispielsweise drei Unternehmen zusammentun, um ihren Außenhandel anzukurbeln, übernehme das Ministerium bis zur Höhe von 6000 Euro die Hälfte der entsprechenden Kosten.

"Der Außenhandel ist eine große Säule unserer Aktivitäten", brach auch der Schweriner IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach eine Lanze für den Export. Seien 2000 dafür lediglich 750 entsprechende Dokumente gefertigt worden, "haben wir allein im vergangenen Juli mehr als 500 ausgestellt". Der Außenhandel mit einem Umsatz von 7,5 Milliarden Euro bewege sich in eine positive Richtung.

Export ist auch für die Mecklenburger Landpute GmbH ein wichtiges Thema. "Bei uns sind wir an die Grenzen des Kundenpotenzials gestoßen", berichtete deren Geschäftsführer Armin Kremer. Deshalb habe sich die Landpute geradezu hineingekniet "und erfolgreiche Lösungen erarbeitet". Beispielsweise seien in Russland trotz schwankender Marktlage Abnehmer für die Bio-Produkte aus Severin gefunden worden.

Der Export laufe allerdings unter schwierigen Bedingungen, "weil dort viel bürokratische Willkür herrscht". In Dubai hingegen sei es gelungen, sich mit einem Bio-Markt für zertifizierte Fleischprodukte aus MV zu etablieren.

"87 Prozent der Unternehmen in MV zählen weniger als 50 Beschäftigte", wusste Jarste Weuffen, Geschäftsführerin des Vereins "Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern (AMV)". Die Exportwirtschaft sei ein Hoffnungsträger, "weil wir in Deutschland mit maximal 12 Prozent unseres verfügbaren Einkommens vergleichsweise wenig für Lebensmittel ausgeben". Es gelte, bestehende Markte intensiv zu bearbeiten und nicht, wahllos von einem Land zum anderen zu springen. "Wir müssen nicht die ersten in China oder Brasilien sein." Die Aktivitäten des AMV werden vom Landwirtschaftsministerium mit jährlich 560 000 Euro gefördert. Der Verein "German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA)" hat für 2013 sogar aus einem entsprechenden Bundesprogramm für 50 Export-Projekte Zuschüsse in Höhe von 2,5 Millionen Euro beantragt. Weitere Informationen finden sich im Internet unter der Adresse www.export-tour.de

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