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Parchimer Zeitung

17. Oktober 2017 | 06:14 Uhr

Explosion in Baustoffwerk Parchim

vom

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 10:21 Uhr

Parchim | Ein Dampfrückgewinnungskessel detonierte gestern in den Mittagsstunden in den Hansa-Baustoffwerken in Parchim. Dabei kam es zu hohem Sachschaden, zum Glück wurde niemand verletzt.

Es war kurz vor 11.30 Uhr, als Axel Möllmann, der Geschäftsführer der Baustoffwerke, im Sitzungszimmer saß. "Ich hörte einen ohrenbetäubenden Knall und ahnte sofort, das muss ein Kessel sein", erzählte er einige Zeit später.

In der Tat hatte sich ein etwa 60 Meter langer Dampfrückgewinnungskessel mit einem Durchmesser von 2,80 Metern aus seiner Verankerung gerissen. Dabei schob er einen zweiten Kessel gegen eine Mauer und der eiserne Deckel, der ein Gewicht von rund vier Tonnen hat, flog gegen einen Stützpfeiler einer benachbarten Halle.

Es waren nur etwa 4,5 bar Druck im Kessel, also weniger als in einem Lkw-Reifen, aber durch die schlagartige Entleerung richtete die folgende Druckwelle großen Schaden an. Die benachbarte Halle wurde auf etwa 1500 Quadratmetern beschädigt und ist abbruchreif. "Die Druckwelle hat das Dach abgehoben und die Asbestplatten durch die Luft geschleudert. Drei Lkw, die beladen werden sollten, wurden dabei beschädigt. Der Deckel hat einen Pfeiler getroffen und Eisenträger flogen ebenfalls aus ihren Verankerungen, die gesamte Statik ist in Gefahr", sagte Möllmann.

Obwohl der Sachschaden nach ersten Schätzungen mit bis zu 400 000 Euro relativ hoch ist und dazu der Produktionsausfall von etwa eineinhalb Tagen kommt, war Möllmann froh. "Es war gerade Mittagspause, ein wenig später hätten hier wieder mehr Fahrzeuge gestanden und vor allem Personen gearbeitet", erzählte er. So war es reine Glückssache, dass keinerlei Personenschaden zu verzeichnen sind.

Die Polizei beschlagnahmte das betroffene Gelände. Der Kriminaldauerdienst der Polizeiinspektion Ludwigslust sowie das Gewerbeaufsichtsamt leiteten gestern die ersten Ermittlungen zur genauen Ursachenforschung ein.

Die Anlage wurde gerade erst in Betrieb genommen, denn "das teuerste sind Energiekosten", so Möllmann. So hat man neue Druckbehälter aufgestellt und die alten zur Rückgewinnung von Dampf umfunktioniert. Bislang musste der Dampf für die Produktion aus reinem Wasser gewonnen werden, welches aus der Erde kommt und etwa acht Grad aufweist. "Durch die Umstellung führen wir den Restdampf in den Rückgewinnungskessel, in dem der Dampf auf etwa 40 Grad absinkt und sich als Wasser am Boden absetzt. Von dort wird das Wasser abgesaugt und als Warmwasser wieder der Dampferzeugung zugeführt", klärt der Geschäftsführer auf. So sollen die Energiekosten gesenkt werden, die den größten Teil der Produktionskosten ausmachen.

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