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Parchimer Zeitung

21. November 2017 | 11:11 Uhr

Parchim : Ewige Ruhe auf dem Baumhain

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Auf dem Neuen Friedhof entsteht in diesem Jahr eine neue Bestattungsanlage

von
erstellt am 20.Feb.2017 | 16:58 Uhr

Auf dem Neuen Friedhof von Parchim wird in diesem Jahr ein Baumhain angelegt. Die Stadt entspricht damit der zunehmenden Nachfrage nach alternativen Bestattungsarten. Auch in Parchim wünschen sich immer mehr Menschen eines Tages für ihre letzte Ruhestätte einen Ort, dessen Pflege mit dem Kauf der Grabstelle geregelt ist, um ihre oftmals weit entfernt wohnenden Angehörigen von dieser Verantwortung befreien zu können.

Die neue Anlage, auf der später etwa 160 Urnenbeisetzungen, aber auch Erdbestattungen stattfinden können, entsteht zunächst auf der rechten Seite des Gräberfeldes 20. Hier befinden sich derzeit nur noch wenige vorhandene Ruhestätten, deren Liegezeit in den nächsten Jahren abläuft. Die belegten Gräber werden in die geplanten Raseninseln integriert, sodass sie selbstverständlich weiterhin von den Hinterbliebenen besucht und gepflegt werden können.

Im Vorfeld der Umgestaltung auf dem denkmalgeschützten Friedhof fanden in diesen Tagen Baumfällarbeiten statt: 20 Nadelgehölze sowie ein Laubbaum wurden mit Genehmigung der Unteren Denkmal- sowie der Naturschutzbehörde in diesem Bereich entfernt. Als Ersatz werden auf dem Friedhof mit einem dichten Baumbestand von etwa 1500 Bäumen sechs neue gepflanzt. Karola Kimmen vom Sachgebiet Grünflächen und Friedhofswesen in der Stadtverwaltung begründete dieser Tage im Stadtentwicklungsausschuss diese Maßnahme. Die eng beieinander stehenden Bäume haben hier das Gräberfeld über die Jahrzehnte hinweg zu einem dem Gemüt nicht sehr zuträglichen dunklen, erdrückenden Wald gemacht. Außerdem sollte mit der Neugestaltung der ursprünglich nach den Vorgaben des Gartenarchitekten Joachim Tuve angelegte Lindenring wieder zur Geltung gebracht werden. Die Planung für den zunächst etwa 1200 Quadratmeter großen Baumhain legte die Stadt in die Hände des Büros PlanRat aus Kassel. Es hat sich bereits deutschlandweit einen Namen im Bereich der Friedhofsplanung gemacht.

Die Urnen werden künftig in mit Bodendeckern und Stauden bepflanzte Raseninseln eingelassen. Als Namenstafeln sind Bronzeblätter geplant, die auf Sandsteinbändern angebracht werden. Unmittelbar neben den Raseninseln entsteht Raum für Pflanzschalen und Gebinde. Sitzmöglichkeiten ebenfalls aus Sandstein werden aufgestellt sowie wassergebundene Wege mit Pflasterkanten angelegt. Eine Gedenkstele im Zugangsbereich betont den würdigen Charakter der Anlage, auf der in Zukunft unter anderem Rhododendren und andere attraktive Blütensträucher für eine tröstliche Atmosphäre sorgen. In dieser Woche soll nun die Ausschreibung der Maßnahme erfolgen. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich nach Ostern und könnten Ende Mai fertig gestellt sein. Die Baukosten dürften um die 80 000 Euro betragen. Ab dem kommenden Jahr könnte der Baumhain dann für Bestattungen zur Verfügung stehen. Ein Urnenplatz mit einer Liegezeit von 20 Jahren wird ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge ca. 1500 Euro, ein Sargplatz etwa bis zu 2000 Euro kosten. Hierfür beträgt die Liegezeit 25 Jahre.

 

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