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Flugplatz Parchim : Es sieht aus wie Science-Fiction

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Design-Studien für das Luxus-Einkaufszentrum auf dem Parchimer Flugplatz: So oder ganz anders könnte es einmal aussehen

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Es klingt wie Science-Fiction: Das sagten Parchimer, als sie vor wenigen Tagen auf einer Bürgerversammlung in der Stadthalle von den Plänen für ein Luxus-Einkaufszentrum auf dem Airport Schwerin-Parchim hörten. Und als sie kurz erste Design-Studien – sogenannte Visualisierungen – zu Gesicht bekamen.

Auch wenn es erst um die Planungsphase geht, was künftig auf dem Flughafen-Gelände gebaut werden darf, hörten sich die Vorstellungen für ein Luxus-Shopping-Center schon ziemlich konkret an – und gleichzeitig wie aus anderen, fernen Welten.

Die Planer sprechen von einem Luxus-Outlet, wie es ihn in Deutschland bisher nicht gibt. Gleich am Flughafen, der nach den Vorstellungen der chinesischen Investoren ein Eingangstor für Touristen in den deutschen Norden werden soll.

In dem Outlet sollen nur Luxusmarken einen Platz erhalten, die in den letzten 48 Monaten bei Mode-Wochen in Paris, Mailand oder London zu sehen waren, sagen die Planer. Es geht um insgesamt 12 000 Quadratmeter Verkaufsfläche mit einzelnen Geschäften, von denen jedes maximal 200 Quadratmeter groß ist. Und die nur mit einem begrenzten Sortiment bestückt werden: Bekleidung, Schuhe/Lederwaren, Uhren/Schmuck.

Das Sortiment zielt nicht auf Parchimer Bürger, hörten die Anwesenden in der Stadthalle. Die Planer haben viel mehr zahlungskräftige Kunden aus Fernost, aus Russland und Asien im Blick.

Etwas Vergleichbares gebe es in Europa nur noch in der Nähe von Florenz, sagt Stefan Kruse aus dem Planerteam. Wer dort einmal war, sehe, dass kaum Italiener einkaufen gehen. Vielmehr sieht man Kunden aus dem arabischen Raum, aus Fernost und aus Russland.

Im Zusammenhang mit der Etablierung des Centers in Parchim gibt es Untersuchungen, wo es diese Luxusmarken im Umkreis von Zwei-Stunden-Fahrzeit noch gibt – einschließlich Hamburg und Berlin. Kruse geht davon aus, dass potenzielle Kunden auch auf der Straße gezielt nach Parchim fahren könnten. Es komme Kaufkraft in die Stadt, sagt er. Der Handel hier werde partizipieren können.

Warum aber sollen Asiaten, wenn sie wirklich mal über Parchim nach Europa einfliegen, denn ausgerechnet in Deutschland Luxus einkaufen? Ein Mann aus dem Planerteam erklärte uns: Chinesen befürchten, dass ihnen im eigenen Land Plagiate angedreht werden könnten.

„Ich glaube, wir Europäer können schwer den chinesischen Markt einschätzen“, sagte gestern der stellvertretende Parchimer Bürgermeister Frank Schmidt. Die chinesischen Geschäftsleute, die hinter dem Projekt stehen, wollen aber schließlich Geld verdienen. Er sieht die Pläne gerade deshalb hoffnungsvoll, weil sie so außergewöhnlich erscheinen.

Architekt Sönke Ingwersen betonte, dass es sich bei den gezeigten Bildern um Design-Studien handelt. D.h. es kann sich im Stil, Form und Kubatur noch alles ändern.

Zumindest sollen diese Vorstellungen von der Zukunft des Flughafens aber denen gegenüber gestellt werden, die noch auf einer Internet-Seite über den Parchimer Airport zu finden sind.

Die dortige Visualisierung seien überholt, machte einer der Planer auch auf einer Bürgerversammlung deutlich. Man wolle sie durch etwas Neues ersetzen. Denn die alten Bilder im Netz würden wirklich wie Science-Fiction wirken.

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