Kita-Leiterin Gisela Böse : Erzieherin mit Seele und Herz

Gutes Team: Kita-Leiterin Gisela Böse und Steffen Kanert, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Parchim
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Gutes Team: Kita-Leiterin Gisela Böse und Steffen Kanert, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Parchim

Kita-Leiterin Gisela Böse setzt seit Jahren auf Teamarbeit: „Man muss immer alle mitnehmen!“ . Bald geht sie in Ruhestand

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16. August 2016, 08:38 Uhr

Die Kinder lieben sie, die Eltern vertrauen ihr und die Kollegen achten sie. Gisela Böse ist seit 44 Jahren Kita-Leiterin und immer offen für neue Ideen. Bald hat sie in der Kita Pfiffikus ihren letzten Tag, Gisela Böse geht in den Ruhestand.

Nachdem Gisela Böse 1972 ihre Erzieherausbildung beendet hatte, wurde sie sofort Leiterin einer Lübzer Kindertagesstätte mit nur 56 Kindern. Als dann die Stadt 1984 eine sogenannte Kinderkombination für Krippen- und Kindergartenkinder eröffnete, betraute man die junge Frau ebenfalls mit der Leitung. „Das war damals eine große Herausforderung für mich, denn ich war noch sehr jung und hatte dafür zu sorgen, dass sich die Erzieherinnen aus sieben verschiedenen Einrichtungen finden und gut unter einem Dach gemeinsam arbeiten konnten“, erzählt die heute 62-Jährige, die Kinder, Eltern und Kollegen erfolgreich zusammenführte.

Vieles hat sich in all den Jahren verändert

Vieles hat sich in ihren 44 Jahren Berufserfahrung verändert. Etwas schwieriger waren die Veränderungen nach der Wende zu bewältigen. „Etliche Einrichtungen mussten aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge geschlossen werden und zahlreiche Erzieher bekamen die Kündigung. Dadurch entstand viel Unruhe, denn es traf in erster Linie die jüngeren Kollegen, weil nach dem Sozialprinzip entschieden wurde. Und die Älteren mussten noch einmal auf die Schulbank“, erinnert sich Gisela Böse. Hinzu kam, dass sie selbst zwei kleine Kinder hatte, ihr Ehemann in der Woche auf Montage war und ebenso innerhalb der Familie viele Veränderungen gemeistert wurden mussten. Doch privat wie beruflich wurde durchgestartet, denn Gisela Böse stellte sich den neuen Herausforderungen. „Beruflich war das immer ein spannender Prozess, der nur im Team und natürlich gemeinsam mit den Eltern gemeistert werden konnte – und so ist es bis heute geblieben“.

Egal, wie schwierig es war, die notwendigen Änderungen auf den Weg zu bringen – ein Prinzip hat Gisela Böse nie gebrochen: „Als Leiterin ist es mir nach wie vor wichtig, die Eltern und Kollegen in alle Entscheidungen einzubeziehen und sie mitzunehmen. Denn auch in der Arbeit mit den Eltern hat sich einiges verändert. Mehr als früher interessieren sie sich für das, was in der Kita geschieht, stellen höhere Ansprüche an die Erzieher und die Leitung. Außerdem gibt es heute mehr sozial benachteiligte Familien und Alleinerziehende, die unsere Unterstützung benötigen.“ Um besser mit schwierigen Situationen umgehen zu können, hätten zwei Erzieherinnen ihre Ausbildung zum Elternberater absolviert. Sie bieten regelmäßig Elternsprechstunden an, sind gut mit der Jugendhilfe vernetzt und können so den Eltern bei Problemen entsprechende Hilfsangebote machen.

Entscheidungen sorgsam getroffen

Auf jedes „Pferd“ gleich aufzuspringen, war nie die Arbeitsweise von Gisela Böse. „Vielleicht sind wir manchmal nicht die Schnellsten, wenn es um neue Methoden und Projekte geht. Aber ich finde es wichtig, Entscheidungen, die wir im Sinne unserer Kinder treffen, gründlich zu durchdenken. Denn wir haben eine große Verantwortung für unseren Nachwuchs“, betont sie. Wenn Gisela Böse am 31. August in den Ruhestand geht, tut sie das gewiss mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Doch am Ende wird sie das strahlende und liebevolle Lächeln im Gesicht haben, das so vielen Lübzer Kindern, die die Kita „Pfiffikus“ besucht haben, vertraut ist.

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