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Redliner Kirche : Erste Trauung nach 29 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Marius und Svea Großjean heiraten am Sonnabend in der Redliner Kirche

Der Sonnabend ist der Tag, auf den sich Marius und Svea Großjean schon lange gefreut und vorbereitet haben: Am Sonnabend um 14 Uhr wollen sie in ihrem Dorf vor den Traualtar treten. Damit findet zum ersten Mal seit 29 Jahren im Redliner Gotteshaus wieder eine kirchliche Hochzeit statt. Standesamtlich geheiratet haben Marius und Svea Großjean bereits am 30. Dezember 2015 in Lübz. Ihr Herzenswunsch war jedoch auch eine Zeremonie in der Kirche. „Das gehört für mich dazu“, bekennt Svea Großjean, die mit dem christlichen Glauben aufgewachsen ist.

Kennen gelernt haben sich der heute 24-Jährige und die 22-Jährige in Schwerin. Ein Paar sind sie inzwischen seit fast drei Jahren. In Schwerin richteten sie sich auch ihre erste gemeinsame Wohnung ein. Doch als sich Anfang vergangenen Jahres überraschend Nachwuchs ankündigte, entschieden sich die werdenden Eltern, nach Redlin in ein vertrautes Umfeld zu ziehen. Die Familie von Svea Großjean, geborene Wippermann, kam 2004 aus Nordrhein-Westfalen in das Dorf. Svea Großjean absolvierte ihre Schulzeit in Marnitz, bevor sie ihre Ausbildung zur Erzieherin in Angriff nahm und - das war ihr besonders wichtig - planmäßig vor der Geburt von Töchterchen Hannah erfolgreich beendete. Parallel dazu steckten die jungen Leute viel Zeit und Kraft in ihr künftiges Heim. Drei Wochen, bevor Hannah im September 2015 in der Parchimer Asklepios Klinik das Licht der Welt erblickte, fand der Umzug statt. „Das waren wirklich turbulente Monate“, erinnern sich Marius und Svea Großjean zurück.

Und so manches Mal klangen Marius Großjean dabei die Worte der Pastorin im Weihnachtsgottesdienst 2014 im Ohr, die er im Nachhinein als einen Fingerzeig betrachtet: Sinngemäß ging es darum, dass der Herr sagt, man soll Dinge im Leben zulassen. In den zurückliegenden Monaten hat sich Marius Großjean ausführlicher mit der Bibel beschäftigt und sie für sich als einen Leitfaden angenommen, „an dem man sich orientieren kann, auch als Familie.“ An den Gesprächen mit der Pastorin fand er gut, „dass sie unabhängigen Rat geben kann.“ Seit dem vergangenen Sonnabend ist Marius Großjean nun auch Mitglied der Kirche: Im Rahmen des zum zweiten Mal in Redlin gefeierten Bikergottesdienstes wurden er und Tochter Hannah von Pastorin Ulrike Kloss getauft. Sie wird am morgigen Sonnabend ebenfalls den Traugottesdienst halten. Die Kollekte, so wünschen sich die jungen Eltern, soll der Hospizarbeit für Kinder zu Gute kommen.

Svea und Marius Großjean fühlen sich in Redlin wohl und finden es auch wichtig, sich in die Dorfgemeinschaft einzubringen: Beide sind Mitglieder der Feuerwehr. Außerdem gehörten sie zu den Mitinitiatoren des Bikerclubs „Heath Mounten“, in dem durchschnittlich so um die 13 Leute aus Redlin und Umgebung ihr Hobby teilen, sich einmal im Monat treffen und einmal im Jahr sogar eine größere gemeinsame Ausfahrt unternehmen.

Am 15. August beginnt wieder ein neuer, spannender Abschnitt im Leben der jungen Familie: Dann startet Svea Großjean nach der Elternzeit in ihrem Beruf als Erzieherin in einer Parchimer Kindertagesstätte durch. Hannah wird die wohnortnahe Kita in Siggelkow besuchen. Und Marius Großjean weiterhin zwischen Redlin und Schwerin pendeln, wo er als Zerspanungsmechaniker im Schichtsystem tätig ist.

 

Christiane Großmann

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