Jugendcamp Parchim : Erste Lektionen Europa haben sie gelernt

Staunen nicht schlecht, als Airbrushkünstler Volker Timm ihnen Starthilfe bei ihren kleinen Kunstwerken gibt – Salvita und Liga, die zur 15-köpfigen Delegation der lettischen Partnerstadt Jekabpils gehörten.
Staunen nicht schlecht, als Airbrushkünstler Volker Timm ihnen Starthilfe bei ihren kleinen Kunstwerken gibt – Salvita und Liga, die zur 15-köpfigen Delegation der lettischen Partnerstadt Jekabpils gehörten.

Internationales Jugendcamp in Parchim nach einer Woche erfolgreich beendet. Schwere Kost für die 13- bis 18-Jährigen, die vieles trotzdem sehr spannend fanden

23-11367838_23-66131022_1416472762.JPG von
23. Juli 2018, 12:00 Uhr

Anstrengend war die Woche definitiv. Und deshalb hängen Pascal, Ali, Marie Sophie und die anderen 41 Jugendlichen am vorletzten Tag des internationalen Jugendcamps auch ganz schön in den Seilen. Gerade sind die Workshops zu Ende gegangen. Jetzt sollen die Ergebnisse präsentiert werden. Bevor es zurück in die Unterkunft beim Jugendförderverein Parchim-Lübz in Dargelütz geht, mobilisieren die jungen Leute ihre (scheinbar) letzten Reserven. „Mir tut alles weh“, sagt Delia. „Wir waren gestern Draisine fahren in Karow. Ich glaube so an die 20 Kilometer. Und dann waren wir mit Kanus auf dem Dobbertiner See unterwegs. Mann, war das anstrengend.“ „Ich fand’s einfach nur cool“, mischt sich Marie Sophie ein. „Kanu kannte ich ja schon. Aber Draisine, so was müsste es bei uns in Neumünster auch geben.“

Die jungen Leute zwischen 13 und 18 Jahren quatschen ungezwungen, tauschen sich aus. Fünf Tage waren sie zusammen, haben gemeinsam viel erlebt und sich kennengelernt. Dann wird präsentiert: Percussions, die sechs der jungen Leute mit Sambatucada-Chef Udo Bensler einstudiert hatten. Kleine Airbrushkunstwerke, bei denen der Parchimer Künstler Volker Timm Pate stand, Pantomimen und raffinierte Zaubertricks – gelernt bei Ali aus der Neumünsteraner Delegation. Echt nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es Neuland für die meisten Kids war. Die sind schon ein bisschen stolz, auch wenn nicht alle das zeigen.

„Miteinander in Europa“ das war das Anliegen des Internationalen Jugendcamps, für das die Stadt Parchim bereits 2017 Förderung aus dem EU-Programm „Erasmus“ beantragt hatte und für diesen Sommer bewilligt bekam. Eingeladen waren junge Leute aus Parchims Partnerstädten Neumünster in Schleswig-Holstein, Jekabpils in Lettland und Peer in Belgien. Leider mussten die Gastgeber auf die Belgier verzichten. Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Natur – wie und wo das alles irgendwie mit Europa zu tun hat, war Thema des Camps. „Die Woche hatte es wirklich ins sich“, zog Anja Bollmohr, bei der Stadt Parchim verantwortlich für die Wirtschaftsförderung, ein erstes Fazit. „Die Gruppen haben sich schnell gemischt und es sind auch Freundschaften entstanden“, freut sie sich. Die Jugendlichen waren gemeinsam aktiv und haben Grenzen gemerkt. Gerade auch beim Thema EU, das für junge Leute manchmal schwer zu fassen sei. „Dennoch glaube ich, dass sie ganz bestimmt die ersten Lektionen Europa gelernt haben.“ Die anfänglichen Sprachbarrieren hätten sie dabei auf eigene Weise überwunden.

Und was hat den Jugendlichen gar nicht gefallen? „Dass wir bei manchen Veranstaltungen so lange sitzen mussten“, sagt Pascal spontan. „Gut fand ich, dass der Abgeordnete von der EU, der Herr Kuhn, so von den europäischen Strukturen erzählt hat, dass wir es auch verstehen konnten. Und extra für die Letten hat er es auch in Englisch erzählt. Das war schon super.“ Auch das Strategiespiel bei der IHK in Schwerin kam bei den Kids an. Dass sie in Dargelütz fast eine ganze Woche ohne vernünftiges Internet auskommen mussten, habe allerdings genervt. „Aber das stimmt ja so nicht“, neckte Ingrid Weiß, Schulsozialarbeiterin an der Fritz-Reuter-Schule, die als Betreuerin in der Woche fungierte. „Wenn man sich an einen ganz speziellen Punkt vor den Speisesaal stellte, hatte man Netz.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen