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Parchimer Zeitung

23. November 2017 | 10:39 Uhr

Parchim : Erste-Hilfe-Einsatz in der Schule

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Sein Beruf ist Lebensretter: Warum besonnenes Handeln im Notfall das A und O ist, dafür sensibilisierte Torsten Frank Kinder und Eltern

von
erstellt am 14.Apr.2016 | 12:00 Uhr

„Wo ist eigentlich unser Verbandskasten?“ Mit dieser Frage dürfte unlängst so mancher Parchimer Grundschüler seine Eltern verblüfft haben. Zum Glück mussten (Trost)pflaster oder Druckverband in dieser Situation nicht zur Anwendung kommen. Denn schnell klärte sich auf, dass die Jungen und Mädchen lediglich zuverlässig eine kleine Hausaufgabe erfüllten, die ihnen Torsten Frank aufgetragen hatte.

Der Rettungsassistent mit einer 23-jährigen Berufserfahrung und Dozent für Erste Hilfe war in den zurückliegenden Tagen in allen Klassenstufen der Adolf-Diesterweg-Grundschule zu Gast, um den Jungen und Mädchen auf kindgerechte Weise zu vermitteln, dass man in Notfällen schon als kleiner Mensch eine große Hilfe sein kann. Diesen Sondereinsatz als Gastlehrer leistete Torsten Frank ehrenamtlich in seiner Freizeit. Das Bedürfnis, auf die Schule seines siebenjährigen Sohnes zuzugehen und mit seinen Möglichkeiten Aufklärungsarbeit bei Kindern und Eltern zu leisten, sei durch Erfahrungen ausgelöst worden, die der dreifache Vater in seiner täglichen Arbeit im Rettungsdienst immer wieder gemacht hat. Zwei tragische Kindernotfälle in jüngerer Zeit hallen in ihm dabei noch besonders nach.

Nachdem Torsten Frank im Rahmen der Projekttage zunächst jedes Kind „verarztet“ hatte, gab er in der 1b auf einem Elternabend interessierten Müttern und Vätern wertvolle Hinweise, wie man im Notfall die Nerven behält, kleine Blessuren einfühlsam behandelt, Brüche in der vorgefundenen Lage ruhig stellt, mit Fieberkrämpfen und Pseudokrupp umgeht, beim Verschluss der Atemwege (z. B. durch einen Insektenstich oder verschluckten Gegengenstand), bei Bewusstseinsstörungen und Kreislaufstillstand besonnen reagiert. Die unmissverständliche Botschaft des Erste-Hilfe-Experten zum Stichwort Herz-Lungen-Wiederbelebung lautet dabei: „Das einzige, was man bei einer Reanimation falsch machen kann, ist nichts zu tun. Das ist der größte Fehler.“ Als wichtige Notfallnummer neben der 112 und 110 riet Torsten Frank den Eltern, unbedingt auch die 030/19240 vom Giftnotruf der Berliner Charité parat zu haben, der Tag und Nacht erreichbar ist. „Das ist, als wenn du einen Engel hast, bei dem du anrufst“, kann Torsten Frank aus eigener Erfahrung bestätigen.

Für Nadine Harndt waren die zweieinhalb „Schulstunden“ am Abend in jeder Hinsicht klug investierte Zeit. Das soeben Gehörte hat die Mutter einer Erstklässlerin noch sensibler für bestimmte Situationen gemacht, ihr persönlich aber auch mehr Selbstsicherheit gegeben. Lehrerin Bärbel Tschirner war es ein Bedürfnis, dem engagierten Vater ausdrücklich zu danken. Sie sei wie das gesamte Lehrerkollegium unheimlich beeindruckt davon gewesen, „dass da jemand ist, der in Eigeninitiative seine Kenntnisse und Erfahrungen einfach so weitergeben wollte.“  

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