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Zeitzeuge : „Erst gegen Morgen fanden wir die leblosen Körper“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein Zeitzeuge erinnert sich an den Goldberger Schuleinsturz 2004

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2014 | 07:58 Uhr

Kreiswehrführer Dietmar Arendt leitete damals den Einsatz. SVZ-Reporter Michael-Günther Bölsche schrieb Arendts Erinnerung auf: „Viele Menschen unter uns verbinden mit dem 13. August eine ganz besondere Beziehung zu diesem Kalendertag. Ich denke dann speziell an diesem Tag an den Schuleinsturz in Goldberg. In meiner ehrenamtlichen Funktion als Kreisbrandmeister des Altkreises Parchim hatte ich mit vielen anderen Kameraden und mehreren zivilen Kräften den größten Einsatz als Einsatzleiter zu bewältigen. In meiner 13-jährigen Tätigkeit als Kreiswehrführer war es ein einschneidendes Geschehnis. Die „Walter-Husemann-Schule“ in Goldberg war gegen Mittag während ihrer Modernisierung zum Teil eingestürzt, riss fünf Bauleute in den Tod und einige verletzten sich schwer. Heute jährt sich dieses Ereignis zum 10. Mal und beileibe nicht nur ich denke im Besonderen an diese Katastrophe. Die Bilder von damals vergegenwärtigen sich. Die Rettung der vermissten Elektriker hatte unter Berücksichtigung der Eigensicherung oberste Priorität. Erst gegen Morgen des darauffolgenden Tages fanden wir zwischen Bauschutt und anderen Trümmerteilen zu unserem Bedauern die leblosen Körper der Handwerker. Eine erschütternde Nachricht für die Angehörigen. Noch heute denke ich mit Dankbarkeit an alle Beteiligten, egal an welcher Stelle sie agierten, zurück und kann für mich schlussfolgern, dass dieser Einsatz mich forderte und dass man solch eine Großschadenslage nur bewältigen kann, wenn alle bis an die persönliche Leistungsgrenze gehen und vor allen Dingen moralisch zusammenstehen.“

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