zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

21. November 2017 | 11:27 Uhr

Mooster : Ersatz für marode Wehre

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Bach wird durch Fischaufstiege durchlässig für Wassertiere / Bei Finanzierung helfen Ausgleichsgelder für den Windpark Suckow

von
erstellt am 14.Okt.2014 | 15:53 Uhr

Schwieriger Baugrund an der Mooster in Tessenow. Ein Betonmischer  mit Baustoffen für eine neue Wehranlage fuhr sich kurz vor dem Ziel fest. Die Arbeiten stocken. Eine Baustraße muss zunächst um 50 Meter verlängert werden. Darauf verständigten sich am Montag bei einer Bauberatung Uwe Zöllner, Geschäftsführer vom Wasser- und Bodenverband Mittlere Elde, Verbandsingenieur Wolfgang Mey,  Bauingenieur Frank Ladewig und Bauleiter Jörg Ricker von CUT Consrader Umwelttechnik & Tiefbau. Das bringe den Zeitplan durcheinander, sagt Ricker. „Wir fallen um Tage zurück.“ Der Wasser- und Bodenverband muss Mehrausgaben verkraften.

Zeitgleich wird  an zwei Stellen an der Mooster gebaut  - auf den Gemeindegebieten von Suckow und von Tessenow. An beiden Orten werden marode Wehranlagen, die vor  vier bis fünf Jahrzehnten errichtet wurden, ersetzt. Der Bach wird wieder durchgängig für Wasserbewohner gemacht.

„Die Naturschützer wollen die komplette Auflösung der Staustufe“, sagt Uwe Zöllner. Das sei aber nicht möglich, da der Verband zugleich vor der Herausforderung steht,  das Wasser in der Landschaft zu halten.

Die Lösung erklären Experten auf der Tessenower Baustelle nahe Siggelkow.  Im Sommer wird die Stauanlage geschlossen, hält das Wasser  zurück im Siggelkower Sander. Gleichzeitig wird eine so genannte Fischtreppe  in Betrieb gesetzt. Diese wird parallel als Umgehung um das Wehr gebaut und besteht aus Natursteinriegeln in unterschiedlicher Höhe, die in einem Abstand von vier Metern gesetzt werden.  Im Winter, wenn viel Wasser fließt, wird das Wehr geöffnet und die Mooster ist in diesem Bereich durchgängig. Die Fischtreppe fällt trocken.  Diese Variante wird sowohl in Tessenow als auch in Suckow angewandt. Wobei der Stau an die sich über die Jahrzehnte verändernden Landschaftsprofile angepasst wird. Trocken gelegte Moorflächen verlieren mit den Jahren an ihrer Mächtigkeit, da sich ihre Substanz zersetzt. Das ganze Gelände senkt sich ab. So wird  auch die Stauhöhe in Tessenow verringert.

Der Umbau   der  Wehranlagen einschließlich Umgehungsgerinne kostet nach Aussagen von Uwe Zöllner jeweils rund 200 000 Euro. Das Gros der Summe wird gefördert. Die Gemeinden müssen 20 Prozent Eigenmittel aufbringen. Dieses kommt für beide Wehre aus Ausgleichsgeldern für den   Windpark  in Suckow.

Mit dem Abschluss der beiden Bauten wird die  Mooster für ihre Bewohner durchgängig. Der Bach weist bereits heute ein  beachtliches Potenzial auf, wie Untersuchungen im Zusammenhang mit den Neubauten ergaben. So wurden in Suckow auf einem Bachabschnitt von nur 50 Metern 900 Fische und 600 Muscheln gezählt. Zu den sechs Fischarten gehören Hecht, Gründling, Westgroppe, Schmerle und zwei Arten Stichlinge. Nachgewiesen wurden die Gemeine und die Große Teichmuschel. Mit der Vielzahl hatten die Fachleute vom Wasser- und Bodenverband nicht gerechnet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen