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Parchimer Zeitung

16. Dezember 2017 | 21:51 Uhr

Tradionspflege : Erntefest mit Wermutstropfen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Am Sonntag wird auf dem Pingelhof zünftig gefeiert / Tanz unter der Erntekrone / Mildenitzer Danzlüd mit letztem großen Auftritt

von
erstellt am 12.Sep.2014 | 13:14 Uhr

Getreidegarben zieren die Tanzfläche, eine wunderschöne Erntekrone ist bereits aufgezogen und auch die Tischdeko ist fast fertig. Museumsführerin Kerstin Zimmermann hat seit Tagen alle Hände voll zu tun, um neben der Gästebetreuung die Vorbereitungen für das größte Fest des Jahres auf dem legendären Pingelhof zu erledigen. Am Sonntag wird auf der mit mehr als 400 Jahren ältesten noch erhalten gebliebenen Hofanlage im Nordosten das jährliche Erntefest gefeiert. „Das ist immer wieder etwas Besonderes “, räumt Kerstin Zimmermann, die hier seit acht Jahren den Hut auf hat, ein und ist sich sicher, dass das auch Berta Pingel, die als letzte Bewohnerin der historischen Hofanlage vor 30 Jahren verstorben ist, gefallen.

Erntefeste haben seit Jahrhunderten im bäuerlichen Leben eine besondere Bedeutung. „Die Früchte waren größtenteils in Fass und Scheune und es gab zum Fest auch den Jahreslohn“, weiß die Museumsführerin. Ganz nach dem Ertrag der Ernte wurde ausgiebig gefeiert. In diesem Jahr gibt es in dem kleinen Dorf Alt Damerow gleich mehrfach Grund zum Feiern. Es wurde nicht nur eine sehr gute Ernte von den Feldern der Lewitzdörfer eingefahren, sondern auch in den Gärten gingen viele Träume auf. Der Pingelhof ist seit nunmehr fast 25 Jahren ein agrarhistorisches Museum und das plattdeutsche Laienensemble, dass auf der Dielenbühne regelmäßig spielt, wurde vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben (wir berichteten).

Es soll ein fröhliches Fest werden. Dafür will sich die Späldeel mit zwei Vorführungen ihres neustes Stückes „Männer sund wat Wunnerbores“ ebenso ins Zeug legen wie die 14 Frauen und Männer der „Mildenitzer Danzlüd“. Doch es gibt einen Wermutstropfen: Für die Volkstanzgruppe wird dies der letzte große Auftritt sein. „Unsere Mitglieder sind im Durchschnitt fast 75 Jahre alt. Junge Leute ließen sich nicht finden. Wir werden nur noch kleine Brötchen backen können“, so Ulrich Kubowicz, der die Hoffnung nicht aufgegeben hat, dass sich das Blatt noch wendet. „Es wäre ein großer Verlust für die Pflege unseres Kulturgutes“, ist sich Kerstin Zimmermann sicher.

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