Europäischer Landwirtschaftsfonds : Erfolgsgeschichte im Verborgenen

Europageld gab es für die moderne Erweiterung der Grundschule Groß Godems
Europageld gab es für die moderne Erweiterung der Grundschule Groß Godems

Europäischer Landwirtschaftsfonds bescherte millionenschwere Förderung für 11 000 Projekte im Landkreis Ludwigslust-Parchim

svz.de von
08. März 2016, 12:00 Uhr

Es ist eine Erfolgsgeschichte im Verborgenen: Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die ländliche Entwicklung (ELER) hat der Region Ludwigslust-Parchim in der vorigen Förderperiode 296 Millionen Euro beschert. Fünf Prozent davon fließen übrigens in die so genannten LEADER-Projekte, die von lokalen Aktionsgruppen wie der LAG Warnow-Elde-Land initiiert werden. Aktuell läuft die Förderperiode bis 2020.

Ein Beispiel für die 11 000 unterstützten Projekte im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist die Grundschule in Groß Godems, die mit ELER-Mitteln erneuert wurde. Das Gebäude wurde energetisch und behindertengerecht saniert. „Davon profitieren seither alle Einwohner, die das Gebäude vielfältig nutzen: nicht nur als Grundschule, sondern auch für Kinderbetreuung, Bibliothek sowie als Rentnertreff und Dorfgemeinschaftshaus“, sagt Agrarminister Dr. Till Backhaus (SPD), dessen Haus den ELER-Fonds in MV verwaltet. Der Zuschuss lag bei 576 000 Euro, die Gesamtinvestition bei fast 2 Millionen Euro.

Ziel der ELER-Förderung ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft zu stärken, Ökosysteme im Agrarsektor zu verbessern, und den ländlichen Raum als attraktives Lebens- und Arbeitsumfeld zu entfalten. Die Palette umfasst viele Bereiche des ländlichen Raums, angefangen von der Dorferneuerung, dem Bau ländlicher Wege, der Wahrung und Entwicklung des kulturellen und natürlichen Erbes, über arbeits- und einkommensschaffende Maßnahmen bis hin zu Umwelt- und Naturschutzprojekten.

Im Bereich Landwirtschaft wurden 451 Projekte mit rund 35 Millionen Euro unterstützt. Einen Hauptteil bilden 240 Fälle aus dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP). „Diese Investitionen tragen nachhaltig zur Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der geförderten Unternehmen, aber auch zur Steigerung des Tierwohls und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten bei“, sagt Minister Backhaus. Beispiel ist ein Unternehmen in Domsühl. Hier wurden etwa der Neubau eines Liegeboxenlaufstalles für 600 Milchkühe, ein Melkzentrum mit Melkkarussell, ein Milchlager, Funktionsräume, ein Vorwartehof, eine Zufahrt und eine Regenentwässerung mit 700 600 Euro gefördert. Die Gesamtkosten lagen bei etwa 2 Millionen Euro.

In die Wirtschaft im ländlichen Raum (außerhalb der Land- und Forstwirtschaft) flossen etwa 14 Millionen Euro, es gab 94 Förderprojekte. Diese betreffen die Ernährungswirtschaft sowie kleine Betriebe aus Handwerk und Gewerbe. Erwähnenswert ist ein Unternehmen in Plate, das für die Anschaffung einer Möhrenschäl- und Schneidemaschine sowie den Umbau der Produktionshalle rund 41 000 Euro bekam. Mit dieser Investition konnte das Unternehmen, das Möhren aus Norddeutschland verarbeitet, seinen Absatz steigern. Außerdem konnte es die Produkte in höherer Qualität günstiger anbieten und das Angebot erweitern. Die Gesamtinvestition lag bei rund 164 000 Euro.

Für die Infrastruktur im ländlichen Raum wurden rund 159 Millionen Euro bereitgestellt. Gefördert wurden 9759 Fälle. In diesen Bereich gehört auch die Erweiterung der Grundschule Groß Godems. Hervorzuheben ist etwa der Umbau und die Sanierung einer Schule in Lübtheen. „Durch den Ausbau als Passivhaus verbesserten sich Raumklima, Akustik, und Lichtverhältnisse, was wesentlich zur Steigerung des Wohlbefindens der Schüler und Lehrer beiträgt sowie die Kosten- und Energieeffizienz der Einrichtung erhöht“, erklärt Till Backhaus. Der Zuschuss lag bei 500 000 Euro, er ermöglichte die Gesamtinvestition in Höhe von 526 000 Euro.

Investive Umweltmaßnahmen, etwa aus dem Bereich Hochwasserschutz, Wiederaufbau Forst und Landschaftspflege, wurden mit mehr als 19 Millionen Euro gefördert, insgesamt 610 Projekte. Für flächenbezogene Agrar- und Umweltmaßnahmen wie Ökolandbau, Tierschutz und Ausgleichszahlungen für be-nachteiligte Gebiete, wurden knapp 66 Millionen Euro bereitgestellt. Besonders erwähnenswert ist das Engagement des Wasser- und Bodenverbandes „Untere Elde“ in Ludwigslust. Er bekam einen Zuschuss von 396 500 Euro für die Entwicklung und Gestaltung des Spornitzer Mühlenbaches. Die Gesamtinvestition lag bei 561 300 Euro. Der naturnahe Gewässerausbau, et-wa des Hechtsforthgrabens, der Tarnitz und des Brenzer Kanals, wurde mit 824 700 Euro unterstützt. Damit wurde ein Beitrag zur natürlichen Entwicklung der Fließgewässer geleistet.

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