Parchim : Enten-Rettung am Gartenteich

Eine Stockente schwimmt mit ihren Küken auf einem Gartenteich in der Parchimer Luisenstraße.
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Eine Stockente schwimmt mit ihren Küken auf einem Gartenteich in der Parchimer Luisenstraße.

Eckhardt Gießler schützt Nest von Stockente auf Parchimer Innenhof vor Raubvögeln.

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28. Juni 2017, 05:00 Uhr

Nachbarn haben ihren Spaß. Sie sitzen am Gartenteich von Eckhardt Gießler in Parchim und beobachten eine Stockenten-Mutter mit ihren fünf Küken im Wasser. In der Nacht zum Sonntag sind die Kleinen geschlüpft. Dass die jungen Enten überhaupt leben, haben sie dem Besitzer des Gartenteichs zu verdanken.

Erstmals hatte in diesem Jahr eine Ente neben dem Teich der Gießlers in der Luisenstraße gebrütet: gleich hinter der Hecke, auf einem Überstand auf dem Nachbargrundstück. Eckhardt Gießler musste dann allerdings feststellen, dass Raubvögel das Entennest geplündert hatten.

Doch es gab eine zweite Chance. Das konnten die Gäste einer Geburtstagsfeier von Ehefrau Sabine Gießler Ende Mai miterleben. Denn vor ihren Augen vollzog sich auf dem Gartenteich der Paarungsakt zwischen der Ente und einem Erpel.

Eckhardt Gießler beobachtet das Geschehen. Er sorgt dafür, dass es der Entenfamilie gut geht.
Michael Beitien
Eckhardt Gießler beobachtet das Geschehen. Er sorgt dafür, dass es der Entenfamilie gut geht.
 

Eckhardt Gießler rechnete sich aus: Dieser Tage müsste der Entennachwuchs schlüpfen. Damit nicht erneut Raubvögel das verhindern, baute der Parchimer eine Haube aus Draht und stülpte sie über das Nest, unter dem die Ente brütete. Und er schützte das Gelege zusätzlich gegen Regen. Mit Erfolg: 13 Eier lagen im Nest. Fünf Junge schlüpften und badeten Ende Juni im Gartenteich.

Auch am Teich war alles vorbereitet für die Entenfamilie. Eckhardt Gießler hat beispielsweise eine Plastetonne so hergerichtet, dass sie als Schutzraum dient. Ins Wasser legte er ein dickes Brett. Die jungen Enten hüpfen herauf, um sich zu trocknen.

So viel Freude es Eckhardt Gießler und den Nachbarn auch bereitet den Enten zuzuschauen: „Sie sollen in die Freiheit“, sagt er. Deshalb bringt er sie zur Elde, um sie auszusetzen. Dabei hätten die Kleinen im geschützten Refugium seines Teiches sicher bessere Überlebenschancen, vermutet er. Denn Habichte und sogar Hechte würden sich gern solche Küken schnappen.

In der Wahl ihrer Brutplätze sind Stockenten sehr anpassungsfähig. Sie brüten beispielsweise auf Gebäuden in Innenstädten oder auch auf Bäumen. Die Nester sind meist nah am Wasser, zum Teil liegen sie jedoch auch mehrere hundert Meter davon entfernt, ist vom Naturschutzbund (Nabu) zu erfahren. Immer wieder gibt es auch Meldungen, dass Stockenten sogar in Balkonkästen in höheren Etagen brüten.

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