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Mecklenburgisches Staatstheater : Einstimmig für die Theaterfusion

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kreistag stimmt Vertrag für Mecklenburgisches Staatstheater zu. Olaf Steinberg und Christian Brade in Aufsichtsrat gewählt

Die Schweriner Stadtvertreter haben es schon getan, ebenso die Parchimer. Jetzt verbeugten sich die Mitglieder des Kreistages Ludwigslust-Parchim vor dem Ensemble des Noch-Landestheaters und stimmten dem Fusionsvertrag mit der Schweriner Bühne eindrucksvoll einstimmig zu (61 dafür bei drei Enthaltungen).

War Theaterintendant Thomas Ott-Albrecht vor der Abstimmung am Donnerstagabend die Nervosität anzusehen, lächelte der Parchimer Bühnenchef nach der Abstimmung entspannt. Mit „gespannter Erwartung“ blicke er in die Zukunft und zitierte Bertolt Brecht: „Die Mühen der Berge haben wir hinter uns, vor uns liegen die Mühen der Ebenen.“

In der Debatte spiegelte sich das Abstimmungsergebnis wider. Landrat Rolf Christiansen (SPD) zeichnete die Vorgeschichte von der sicherheitsbedingten Schließung der Hauptbühne im Jahr 2014 nach: „Es begann ein schwieriger Prozess, das Ergebnis hätte ich gerne schon vor einem Jahr gehabt.“ Jetzt werde Parchim als Produktions- und Spielort erhalten, eine kulturpolitisch gute Entscheidung, die aber keine Selbstverständlichkeit sei: „Wo sonst wird in einer 20 000-Einwohner-Stadt ins Theater investiert?“

Christiansen lobte das Engagement des Landes, das Umbau und Sanierung der Parchimer Elde-Mühle mit bis zu fünf Millionen Euro unterstützt: „Aus kreislichen Mitteln wäre es sehr, sehr schwergefallen, den Standort zu erhalten.“ Der Landrat dankte Intendant Thomas Ott-Albrecht und seinen Kollegen, das Theater in der schwierigen Zeit „derart hochgehalten“ zu haben, dass der Zuspruch ungebrochen sei. Das sei eine ganz besondere Leistung.

Gustav Graf von Westarp (Umwelt/Piraten/freie Wähler) meinte dennoch ein Haar in der Suppe gefunden zu haben. Er wollte vertraglich geklärt wissen, dass die 458 900 Euro, die der Landkreis jährlich für den Spielbetrieb zuschießt, nicht zulasten anderer freiwilliger Leistungen gehen. Das konnte Dirk Schartow, Fachdienstleiter Finanzen ausschließen. Die Zahlung erfolge außerhalb freiwilliger Leistungen, das habe der Kreis längst vertraglich abgesichert.

Nico Skiba (CDU) betonte in der Debatte, dass auch die Stadt Parchim mit mehr als 110 000 Euro pro Jahr ihren Beitrag leiste. Stefan Sternberg (SPD) hofft, dass das Theater „nicht ganz in der Mühle verschwindet“. Sternberg, der als Bildungsausschuss-Vorsitzender das Thema in den vergangenen Monaten forciert hatte: „Ich wünsche mir viele Spielstätten und würde das Jugendtheater gern auch in Hagenow und Grabow sehen.“

Für die Linke empfahl Fraktionschef Wolfgang Bohnstedt, sich jetzt auf das Neue einzulassen. Bohnstedt hofft, dass in der Umsetzungsphase alle Akteure eng zusammenarbeiten, damit auch ein belastbarer Zeitplan zustande kommt, wann der neue Spielort seine Premiere erleben wird. Der Linken-Politiker lobte das Ensemble dafür, unter diesen Bedingungen noch steigende Zuschauerzahlen erreicht zu haben. Bohnstedt: „Schauspieler sind wir auch, aber keine guten. Seien Sie gespannt und lassen sie sich auf das Neue ein.“

CDU-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller wies noch einmal auf die Unterstützung aller demokratischen Fraktionen für die Theaterrettung hin und hatte einen Tipp parat: „Wir können alle einen Beitrag leisten.Gehen Sie selbst ins Theater.“ Im Aufsichtsrat der neuen Mecklenburgischen Staatstheater GmbH werden Olaf Steinberg und Christian Brade den Landkreis vertreten. Wolfgang Bohnstedt scheiterte bei der Wahl knapp.

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erstellt am 16.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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