Serie: Hiergeblieben : Einmal durchleuchten, bitte!

Beherrscht die Balance zwischen Technik und individuellem Patientenkontakt: Iris Richter-Sibilski am Röntgengerät, das u. a. Frakturen aufzeigt.
Beherrscht die Balance zwischen Technik und individuellem Patientenkontakt: Iris Richter-Sibilski am Röntgengerät, das u. a. Frakturen aufzeigt.

Berufsperspektiven in der Heimat: Medizinisch-Technische Radiologieassistentin. Balance zwischen Technik und Patientenkontakt

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27. Februar 2018, 12:00 Uhr

Die Welt ist weit, doch am schönsten ist es bekanntermaßen wo? Genau, zu Hause. So haben wir uns auf die Fahne geschrieben, einige Ausbildungsberufe in und um Parchim vorzustellen. Kurze Anfahrtswege, ein festes Gehalt und ein Platz mitten in der Heimat.

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Im Ablauf eines Krankenhausalltags nimmt die Radiologie schon allein der gigantisch teuren Gerätschaften wegen eine besondere Stellung ein. Riesig, rund und weiß präsentiert sich der Computertomograph, kurz CT und erinnert ein wenig an Arnold Schwarzenegger und seine Mars-Mission in Total Recall. Doch ganz abseits von Traum und Illusion schlägt die Wirklichkeit zu Buche: CTs können zwischen 750 000 und 3 Millionen Euro kosten und um dieses Geld in komplizierter Technik-Form bedienen zu dürfen, empfiehlt sich die Ausbildung zum/r Medizinisch-Technischen Radiologieassistenten/in, kurz MTRA.

Doch diese Berufung ist weit mehr als Computer und Gerätearbeit, weiß Iris Richter-Sibilski, die 1975 ihre Ausbildung begann und seit 1986 Leitende MTRA in der heutigen Asklepios Klinik Parchim ist. Ursprünglich wollte sie einen Beruf, der ihr Feiertage und Wochenenden offen lässt – wer möchte das nicht. Doch die Radiologie muss rund um die Uhr besetzt sein und im Laufe der Zeit wurde auch das für die MTRA zur Selbstverständlichkeit. „Ich würde diesen Beruf immer wieder ergreifen“, ist sich Richter-Sibilski sicher und verweist auf die Vielfältigkeit ihres Alltags. Technisch interessiert sollte ein Auszubildender schon sein, doch auch der Kontakt zu den Menschen, das Einfühlungsvermögen in deren augenblicklicher Situation ist ein wichtiger Punkt. Es kommt vor, dass Tumore entdeckt werden, und in solchen Extremsituationen darf nicht das mechanische Abarbeiten der Patienten im Vordergrund stehen, sondern: „auch mal hinzugehen, zuhören, da sein. Kleine Gesten bedeuten schon viel.“ Auch das gehört zum Berufsbild der MTRA. Die Auszubildenden, die im ersten Jahr noch die Theorie an der Beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen in Schwerin absolvieren, werden ab dem zweiten Ausbildungsjahr mehr in die Praxis eingespannt. „Wir lassen die Auszubildenden am Anfang noch nebenher laufen, damit sie ein Gespür für die Abläufe bekommen. Doch relativ schnell arbeiten sie auch selbstständig“, so Iris Richter-Sibilski. Ob konventionelles Röntgen mit dem Bucky -Diagnost, an dem u.a. Frakturen nach Unfällen festgestellt werden, das Durchführen der Mammographie für die Brustkrebsvorsorge oder das Benutzen von Kontrastmitteln, um im CT die inneren Organe und eventuelle Krankheiten auszumachen: Von Minute zu Minute kann sich der Ablauf ändern, können neue, akute Patienten hinzukommen. Das heißt, hier ist Belastbarkeit und Flexibilität vonnöten, die jedoch auch im Laufe der Zeit wie in jedem Berufsbild mit der Erfahrung natürlich wächst.

Das Lagern der Patienten wird während der dreijährigen Ausbildung genauso erprobt wie das Ausführen der sich ständig wandelnden Technik. Kommt etwas Neues hinzu, werden die MTRA selbstverständlich eingewiesen, um die reibungslosen Abläufe weiterhin zu gewährleisten. Die enge Zusammenarbeit mit dem Arzt, dem Radiologen, ist hierbei unerlässlich. „Wir denken den ganzen Tag über mit.“ Werdende Radiologieassistenten, welche einen guten Realschulabschluss vorweisen sollten, bekommen kein klassisches Ausbildungsgehalt; wie bei Studenten wird hier die Vergütung anhand der elterlichen Einnahmen errechnet und somit als Bafög ausgezahlt. Doch trotz der scheinbar weiblichen Übermacht in diesem Berufsbild sind die Herren der Schöpfung immer gerne gesehen. Alleine schon der technischen, sehr teuren „Spielereien“ wegen…

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