Siggelkow : „Eine wirklich große Freude“

Ein Projektchor unter Leitung von Gabriele Zwerschke begleitete das Fest musikalisch.
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Ein Projektchor unter Leitung von Gabriele Zwerschke begleitete das Fest musikalisch.

Siggelkow: Kirchweihfest nach dreijähriger Sanierung. Gestaltung des Altarraumes soll bis Weihnachten 2017 abgeschlossen sein .

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06. Juni 2016, 21:00 Uhr

Propst Dirk Sauermann nannte das Ergebnis „eine große, eine wirklich große Freude“. Die Vorsitzende des Kirchenfördervereins Gabriele Zwerschke war überwältigt, wie viele Menschen in den vergangenen Jahren bereit waren, „diese kleine Dorfkirche, unser Projekt zu unterstützen.“ Zuvor hatten Pastorin Ulrike Kloss und Christenlehrekinder ihren Dank an alle, die mitgetan und mitgeglaubt haben, auf so berührende Weise zum Ausdruck gebracht, dass sich ausnahmslos jeder an mindestens einer Stelle ganz persönlich wiederfinden und angesprochen fühlen durfte. Die jahrhundertelange Kirchen(bau)geschichte in dem Dorf, die Propst Sauermann im Festgottesdienst noch einmal in einem kleinen Spaziergang nachzeichnete, ist am 5. Juni 2016 um ein weiteres markantes Datum erweitert worden. In Siggelkow wurde Kirchweihfest gefeiert.

Drei Jahre wurde im wahrsten Sinne des Wortes darauf hingearbeitet, gedanklich noch viel länger. Nach der Komplettsanierung des damals baulich gefährdeten Gotteshauses mit einem Kostenvolumen von ca. einer halben Million Euro präsentiert sich die alte Fachwerkkirche mitten in Siggelkow in neuem Glanz. Mit dem neu geschaffenen Vielzweckraum sowie einer kleinen Teeküche eröffnen sich viele weitere von der Jahreszeit unabhängige Nutzungsmöglichkeiten.

Jörg Trenkler, der von 1968 bis 2004 als Pastor in Siggelkow tätig war, erinnert sich noch gut an eine Bauberatung kurz vor seinem Eintritt in den Ruhestand, die das ganze Ausmaß der Schäden ans Tageslicht brachte. Ihm sei damals klar gewesen, dass er diese „Baustelle“ persönlich nicht mehr in Angriff nehmen würde, zumal zu diesem Zeitpunkt auch die Nachfolgerfrage noch nicht geklärt war. „Ich bin beeindruckt, was hier geleistet wurde“, sagt Jörg Trenkler voller Respekt. Dessen Vorgänger wiederum mischte sich am Sonntag ebenfalls unter die große Besucherschar des Festgottesdienstes: Hans-Udo Vogler betreute von 1956 an zehn Jahre als Pastor Siggelkow. In seine Zeit fiel eine größere Renovierungsaktion der Kirche.

„Als Beweis für das Miteinander und Füreinander im Dorf“ wertet Bürgermeisterin Angelika Lübcke das nunmehr Geschaffene. „Sehr klar“ findet Katrin Stenzel-Pflughaupt den hellen, freundlichen, schlichten Innenraum, der durch das herein scheinende Sonnenlicht an diesem Sonntag dem Anlass angemessen besonders festlich erstrahlt. Die Siggelkowerin wurde in dieser Kirche getauft, konfirmiert und getraut. Als sich im Dorf ein Förderverein etablierte, war es für Katrin Stenzel-Pflughaupt die selbstverständlichste Sache der Welt, mitzumachen. Und als Gabriele Zwerschke Anfang des Jahres Mitstreiter für einen Projektchor zur Ausgestaltung des Festgottesdienstes suchte, stimmte sie sofort freudig mit ein – gemeinsam mit ihren beiden Großmüttern sowie ihrem Vater Wolfgang Stenzel. Der Beifall der Gottesdienstbesucher dürfte dem Chor Ermutigung sein, sich auch künftig nicht aus den Augen zu verlieren. Weihnachten 2017 steht zum Beispiel wieder ein besonderes Ereignis in der Siggelkower Kirche ins Haus. Dann soll der bis dahin fertig gestaltete Altarraum gefeiert werden.

Pastorin Ulrike Kloss kündigte am Sonntag an, dass der Kirchengemeinderat entschieden hat, die Gemeinde am Gestaltungsprozess unter Leitung einer Künstlerin zu beteiligen.

(Weitere Fotos finden Sie in der Printausgabe und im E-Paper)
 

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