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Parchimer Zeitung

24. November 2017 | 19:57 Uhr

Parchim : Eine unsichtbare Gefahr lauert

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Messgeräte für Kohlenmonoxid können Leben retten. Experten fordern: CO-Warner sollten Pflicht werden.

von
erstellt am 21.Okt.2017 | 05:00 Uhr

In den vergangenen Tagen häuften sich Meldungen über Unglücksfälle im Zusammenhang mit Kohlenstoffmonoxid-Vergiftungen. Sei es ein Fall vor wenigen Tagen in Lübtheen, bei dem eine 54-jährige Frau durch Abgase eines benzinbetriebenen Notstromaggregats lebensbedrohlich verletzt wurde oder der Tod von sechs Jugendlichen im bayerischen Arnstein in einer Gartenlaube bei einer Geburtstagsparty. Auch hier soll ein Notstromaggregat die Ursache gewesen sein und derzeit läuft ein Prozess in diesem Fall.

„Das hat uns in der Familie zum Nachdenken und letztlich zum Handeln gezwungen“, meint Maik Kasper in Parchim. Rauchmelder, die in Mecklenburg-Vorpommern und vielen weiteren Bundesländern Pflicht sind, wurden auch in seinem Haus in der Lübzer Straße installiert. „Es ist eine gute Sache und dient der Sicherheit, aber es reicht eigentlich nicht aus“, weiß Kasper, der in der Freiwilligen Feuerwehr in Parchim ehrenamtlich aktiv ist. In dem Gebäude befinden sich auch Etagenheizungen und von ihnen könnten Gefahren ausgehen und dem soll vorgebeugt werden. „Gerade Kohlenstoffmonoxid ist sehr heimtückisch, weil es geruchslos und geschmacksneutral ist“, erklärt Schornsteinfegermeister Alexander Stutz. Er würde es begrüßen, wenn auch dieses kleine Warngerät in der Größe von etwa zwölf mal vier Zentimetern und für relativ wenig Geld in jedem Haushalt Pflicht werden würde. Bei Maik Kasper hat er jetzt so ein Gerät in der Wohnstube, dort wo ein Kaminofen steht, installiert und die Familie fühlt sich nun deutlich sicherer.

Der Schornsteinfegermeister weiß, dass noch viel Aufklärung nötig ist und die Bevölkerung noch mehr für dieses Thema sensibilisiert werden muss. Installiert werden sollten diese kleinen Geräte durch einen Fachmann, denn „es sollte in Sichtweite an der Wand in einer Höhe von 1,50 bis zwei Meter angebracht werden, damit er ordnungsgemäß funktioniert und auch gut ablesbar ist“, empfiehlt Stutz. Keinesfalls sollte der Warner in der direkten Nähe der Feuerstätte angebracht werden, da hier Fehlmessungen entstehen könnten. Ein kleiner Nebeneffekt ist nach der Installation ebenfalls vorhanden: In der Anzeige wird zusätzlich die Raumtemperatur angezeigt.

Doch nicht nur die Hauseigentümer sollten über diese lebenswichtige Anschaffung nachdenken, auch Mieter. Mögliche Quellen von Kohlenstoffmonoxid können neben den Kaminen und Öfen auch gas- und ölbetriebene Feuerstätten sein und insbesondere die benzin- oder dieselbetriebene Stromerzeuger. Nicht zu vergessen sind die Propanheizgeräte, die oft in den Wintermonaten in Zelten und Garagen oft zum Einsatz kommen und durch fehlerhafte Bedienung möglicherweise zu fatalen Tragödien führen können.

 

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