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Schandfleck in Parchim soll endlich verschwinden : Eine "neue Börse" für den Schuhmarkt

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Die Parchimer können es kaum glauben: Mit einem Banner stellt der Eigentümer der Alten Börse seine Pläne für den Neubau vor. In wenigen Wochen weicht die Ruine einem Wohn-, Büro- und Geschäftsgebäude.

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2013 | 10:46 Uhr

Parchim | Die Kreisstädter können es noch kaum glauben: Mit einem mannsgroßen Banner stellt der Eigentümer der Alten Börse seine Pläne für einen Neubau an gleicher Stelle erstmals öffentlich vor. Gegenüber der Parchimer Zeitung hat gestern Tobias Otto, Projektleiter der Lührs City Bau GmbH& Co. KG, der die Problemimmobilie seit Mitte der 90er Jahre gehört, die Fakten bestätigt: In wenigen Wochen wird die Ruine abgerissen und unmittelbar danach beginnt der Neubau eines Wohn-, Büro- und Geschäftsgebäudes an gleicher Stelle. Auf einen genauen Starttermin wollte sich Tobias Otto nicht festlegen, "aber es wird auf jeden Fall im Frühjahr losgehen".

Damit könnte das "Ärgernis Nummer 1" doch noch ein gutes Ende finden. Nach Schließung der früheren Kneipe hatten die Denkmalbehörden jahrelang eine Umgestaltung bzw. den Abriss des Hauses in prädestinierter Lage blockiert. Der neue Eigentümer, die Lührs-Immobilienkette mit Sitz in Stade, ist vor Gericht gezogen und bekam am Ende Recht. Im Herbst vergangenen Jahres wurde eine Abrissgenehmigung durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim erteilt. Doch auch danach passierte zunächst nicht viel. Der Besitzer des bereits aufwändig restaurierten Nachbarhauses befürchte Folgeschäden beim Abriss der inzwischen zur Ruine verkommenen Alten Börse. Mit einem Beweissicherungsverfahren, bei dem der jetzige Gebäudezustand noch einmal vermessen wurde, sollten Vorkehrungen getroffen werden.

Wer gehofft hatte, dass der Schandfleck schnell verschwindet, musste sich erneut gedulden. Die Stadt Parchim erhöhte noch einmal den Druck und kündigte Sondernutzungsgebühren für die blockierten Gehwege an. In einem vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich ist festgelegt, dass diese Gebühren dem Eigentümer nur erlassen werden, wenn das Gebäude bis zum 31. März abgetragen wird. "Abriss und Baulücke wären nur die zweitbeste Lösung, Abriss und Neubau sind besser und das gemeinsame Ziel vom Investor und der Stadt", stellt Bürgermeister Bernd Rolly klar.

Tobias Otto, Dipl.-Ing. für Bau- und Immobilienwirtschaft, geht davon aus, dass im ersten Quartal 2014 die Landen- und Büroflächen bezugsfertig sind. "Die Vermietung hat bereits begonnen und Interessenten gibt es durchaus", meint der Fachmann.

In das neue Gebäude will der Eigentümer mehr als 1,2 Millionen Euro investieren. In einem früheren Gespräch mit unserer Redaktion hat Helmut Lührs zugesichert, dass die neue Börse zwar dem Zeitgeist angepasst wird, aber auch an das frühere Gebäude aus den Jahren 1910/20 erinnern soll. Die von City Lührs beauftragen Architekten stimmen derzeit die Details des Bauantrages mit den Stadtplanern ab, heißt es dazu gestern aus dem Rathaus.

Im Erdgeschoss sind drei Läden geplant. Für ein Geschäft wird noch ein Mieter gesucht. Bei der Nutzung der oberen Etage sei man flexibel. Hier stehen Büroräume und Wohnungen zur Verfügung. Interessenten könnten sich auch dafür bereits melden.

Tobias Otto ist sich sicher, dass der Abriss relativ schnell über die Bühne geht. Bürgermeister Bernd Rolly hatte bereits signalisiert, dass er Einschränkungen beim diesjährigen Stadtfest auf dem Schuhmarkt in Kauf nimmt, wenn das Baugeschehen für eine neue Börse das erfordert. Priorität habe, dass die Lücke am Schuhmarkt wieder schnell geschlossen wird.

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