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Kultursommer : Eine Bühne für Kunst des Profanen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Nach Ausstellungen auf internationalem Parkett ist die in China geborene Künstlerin Ping Qiu ab Sonntag in Pampin zu erleben

von
erstellt am 09.Jul.2015 | 12:37 Uhr

Als der Franzose Marcel Duchamp – im 20. Jahrhundert Mitbegründer der Objektkunst – ein Urinal für die Jahresausstellung der Society of Independent Artists in New York  entgegen aller bisherigen   ‚Regeln’ in den Kunststatus erhob, war der Aufschrei groß. Inzwischen findet die kreative Interpretation von Gebrauchsgegenständen in ausdrucksstarke Kunstwerke weltweit Anerkennung. Auch die 1961 in China geborene Künstlerin Ping Qiu, die sich zunächst mit der Ölmalerei beschäftigt hat, spielt für ihr Leben gerne in luzider Weise mit den konventionellen Grenzbeziehungen zwischen Kunst und Nichtkunst, zwischen dem Erhabenen und dem Profanen, dem Außergewöhnlichen und dem Alltäglichen. Doch dafür fehlt in ihrem Heimatland der unverzichtbare Freiraum. Ping Qiu zog die Konsequenzen und setzte kurz nach dem politischem Umbruch 1990 ihre Arbeit in Deutschland fort.

„Es ist ein großer Glücksfall, dass wir Ping Oiu im Vorjahr bei einer Vernissage kennen gelernt haben“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Vogt, Geschäftsführer des Kulturforums Pampin. Und die Freude ist umso größer, da Ping Qiu, die bereits u.a.  in Kanada, Korea, in der Schweiz, in Amerika, Italien, Belgien, Spanien und mehreren Kunst-Städten Deutschlands ausgestellt hat, ab Sonntag mit ihrer bislang umfangreichsten Schau in Pampin  zu erleben ist.

Da werden Kloschüsseln zu Springbrunnen, Haushaltshandschuhe zu Teichrosen (die waren bereits auf der Bundesgartenschau 2009 in Schwerin ein Blickfang) und Wollfäden zu Spinnennetzen. „Ihre Werke sind von feinsinniger Ironie, sie irritieren, erzählen Geschichten und setzen verborgene Fantasien frei“, so Prof. Wolfgang Vogt. Schon beim gemeinsamen Aufbau der Ausstellung in der Kunstscheune und im Skulpturenpark hat er gespürt, dass den Arbeitenvon Ping Oiu  ein eigentümlicher Zauber inne wohnt, der sich dem Betrachter erst durch die unmittelbare Wirkung vor Ort erschließt. „Diese Ausstellung mit Werken von Ping Qiu ist ein Extra-Bonbon für unseren vor acht Jahren gegründeten Skulpturenpark, der auch immer mehr Gäste aus Berlin und Hamburg anzieht“, gibt sich Prof. Dr. Vogt sehr zufrieden.

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