Parchim : Einblicke in eine andere Welt

Aus dem Leben ihres Großvaters Maxime Bourrée erzählte Enkelin Esther Bourrée einige Passagen.
Aus dem Leben ihres Großvaters Maxime Bourrée erzählte Enkelin Esther Bourrée einige Passagen.

Neue Ausstellung in der Remise zeigt Bilder des Kriegsgefangenen Maxime Bourrée

svz.de von
24. Juni 2019, 12:00 Uhr

Die neue Ausstellung „„Welt“-Stadt hinter Stacheldraht – das Kriegsgefangenenlager Parchim in Bildern von Maxime Bourrée (1914-18)“ wurde vor kurzem feierlich in der Remise am Landratsamt eröffnet. Ehrengast war Esther Bourrée, die Enkelin des französischen Künstlers. Sie hatte nicht nur das original Skizzenbuch dabei, sondern erzählte auch aus dem Leben ihres Großvaters.

Nach einer kleinen musikalischen Einstimmung sprach Andreas Neumann, dritter Beigeordneter des Landrates in dessen Namen einige Begrüßungsworte. Museumsleiter Dr. Sven-Hinrich Siemers bedankte sich beim Landkreis für die kostenlose Bereitstellung der Remise, bei seinen Mitarbeitern, bei der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, bei allen, die zum erfolgreichen Gelingen der Ausstellung beigetragen haben, sowie natürlich bei der Enkelin Ester Bourrée für ihr Erscheinen.

Die Französin, die von 1958 bis 1984 regelmäßigen Kontakt zu ihrem Großvater hatte, bedankte sich zuerst auf deutsch für die Einladung und sagte zur musikalischen Darbietung: „Es hat mein Herz getroffen“. Im Anschluss erzählte sie auf französisch einige Passagen aus dem Leben ihres Großvaters und wie es letztlich zur Ausstellung in Parchim kam.

Demnach sei Maxime Bourrée zum Ende des Krieges an der Spanischen Grippe erkrankt. Tot geweiht kam er in ein Lager des Roten Kreuzes, wo ihn eine schwedische Schwester wieder gesund pflegte. Nach ihrer Trennung hielten sie über ein Jahr lang Briefkontakt, bis sie schließlich zu ihm nach Frankreich zog und sie eine Familie gründeten.

Esther Bourrée selbst kam 1999 nach dem Tod ihres Vaters in den Besitz des Skizzenbuches, „ohne so Recht zu wissen, was sie damit machen soll.“ Nach einigen Anfragen wurde es schließlich im Musée Félicien Rops in Namur (Belgien) restauriert und digitalisiert. In dieser Zeit istFabian Flues aus Wuppertal darauf und den Vermerk „Parchim“ gestoßen. Er erzählte seinem Vater Heiner davon und der pensionierte Lehrer nahm Kontakt zu Parchims Bürgermeister auf. Den Rest kann man sich denken.

Knapp 90 der in Namus gefertigten Repliken können bis zum 1. September täglich von 13 bis 17 Uhr in der Remise angeschaut werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen