Pflügerwettbewerb Banzkow : Einblick in die Arbeit auf dem Acker

Seriensieger Torsten Schönsee aus Karbow beim Pflügerwettbewerb
Seriensieger Torsten Schönsee aus Karbow beim Pflügerwettbewerb

Bauern laden zum 15. Pflügerwettbewerb für Westmecklenburg am 16. April in Banzkow. Vorbereitungen laufen beim Bauernverband in Parchim

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01. März 2016, 12:00 Uhr

Die besten Pflüger aus Westmecklenburg liefern sich am 16. April in Banzkow einen Wettstreit. „Wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, was wir auf den Flächen tun“, sagt Heike Kasten, Geschäftsführerin vom Bauernverband Parchim. Die Parchimer sind in diesem Jahr Ausrichter des 15. Pflügerwettbewerbs, der traditionell zusammen mit den Verbänden Ludwigslust und Nordwestmecklenburg ausgetragen wird.

Den ersten Pflügerwettbewerb hatten im Jahr 2000 die Verbände Ludwigslust und Nordwestmecklenburg organisiert. Ein Jahr später musste das Treffen auf dem Acker aufgrund der damals grassierenden Rinderseuche BSE ausfallen. Danach fand es ununterbrochen statt. Die Parchimer sind seit 2003 dabei und wechseln sich mit den anderen Verbänden bei der Organisation ab. Es fanden u.a. Wettbewerbe in Friedrichsruhe (2003) und in Klein Niendorf bei Rom (2007) statt.

In diesem Jahr stellt die Agrarproduktivgenossenschaft Banzkow/Mirow e.G. eine Fläche von rund 50 Hektar zur Verfügung. Es handelt sich um einen Acker am Ortsausgang Banzkow in Richtung Hasenhäge, auf dem nach dem Wettbewerb Mais gelegt werden soll.

Hier wird am Samstag, 16. April, um 9.15 Uhr die Veranstaltung eröffnet. Und um 10 Uhr hebt sich die Flagge zum Start für den ersten Wettbewerb. Die Teilnehmer treten mit Dreh- und mit Beetpflügen an.

Da es sich um die 15. Veranstaltung handelt, sollen für diesen Wettbewerb Buttons, also Anstecker, hergestellt werden, die auch Besucher für einen Obolus erwerben können. Erstmalig und einmalig sollen zudem die Teilnehmer, die bei der Oldtimertechnikshow dabei sind, entweder kleine Pokale oder Medaillen erhalten, kündigt Heike Kasten an. Am Veranstaltungsort wird ein Markt mit einigen Ständen aufgebaut. Für Essen und Trinken wird gesorgt. Es soll eine Hüpfburg und andere Kinderbelustigungen geben. Außerdem soll landwirtschaftliche Technik ausgestellt und erklärt werden, die Besucher sonst nicht sehen.

Bewusst haben sich die Bauernverbände in den letzten Jahren dazu entschieden, den Wettbewerb möglichst in der Nähe von Schwerin auszutragen. Denn man setzt bewusst auch auf Gäste aus der Stadt, die sonst nicht mit der Landwirtschaft in Berührung kommen. Dieser Pflügerwettbewerb sei eine Möglichkeit, mit den Besuchern in Kontakt zu kommen, so Heike Kasten. Und die Bauern wollen dabei auch mit Vorurteilen, beispielsweise zum Düngen und Pflanzenschutz, aufräumen. Kein Landwirt fahre aus Spaß über den Acker. Heike Kasten betont, es gehe darum, die Pflanzen optimal zu versorgen, damit eine Super-Qualität geerntet werde.

Worum geht es beim Pflügen?

Über viele Jahre war Dr. Willi Ring Hauptschiedsrichter beim Pflügerwettbewerb, dieses Jahr wird er sich um die Oldtimer kümmern. Er erläutert Besuchern, was es mit dem Pflügen und dem Wettbewerb auf sich hat:

Pflügen ist die traditionelle Grundbearbeitung der obersten Ackerschicht. Die unterschiedlichen Kulturpflanzen benötigen für ihr Wachstum speziell hergerichtete Saatbette. Einige Pflanzen, wie z.B. Raps und Kartoffeln, lieben tief gelockerten Boden. Dafür ist der Pflug besonders geeignet.

Durch das Pflügen wird der Boden zerbröckelt, gelüftet und um 135 Grad gewendet. Gleichzeitig werden die Erntereste oder auch der Stalldung in den Boden gebracht, so dass die Bodenbakterien die organischen Reste aufschließen können. Zusätzlich werden Wurzelunkräuter durch das Pflügen ohne „chemische Keule“ vernichtet. Dem Pflug müssen Nachfolgegeräte, wie Bodenpacker, Schleppen und Eggen folgen...

Die Wettkämpfer losen eine genau bemessene Parzelle und müssen diese nach strengen Regeln exakt pflügen. Es kommen Beet- und Drehpflüge zum Einsatz, die sich in ihrer Arbeitsweise unterscheiden.

Die Beetpflüge haben nur nach rechts werfende Pflugkörper. Bei der Hin- und Rückfahrt wird dadurch der Boden zu einem Beet geformt. Man hat zwei offene Furchen und muss auf einem großen Feld mehrere Beete und dazwischen liegende Auspflügungen anlegen.

Drehpflüge (Kehrpflüge) haben rechts und links werfende Pflugkörper. Der Pflüger kann damit bei der Hin- und Rückfahrt an der gleichen Furche fahren. Das spart Zeit und er kann komplizierte Flächenstücke bearbeiten.

In Anlehnung der nationalen und internationalen Wettkampfregeln wurden die Wettkampfregeln für Westmecklenburg weiterentwickelt. Hauptkriterien sind: Spaltfurche (gerade, gleichmäßig tief, vollkommen durchgeschnitten); Pflügen (gerade, gleichmäßige Furchendämme, keine Höcker oder Löcher, Einhaltung der Pflugtiefe, gerade und ausgeräumte Schlussfurche); Gesamteindruck (keine paarweise Furchendämme, gute Einbringung des Bewuchses und der Ernterückstände, gleichmäßiges Ein- und Aussetzen). Insgesamt kann ein Pflüger 100 Punkte erreichen. Die Platzierungen werden in folgenden Gruppen ausgewertet: Auszubildende, Beetpflüger, Drehpflüger.

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