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Parchimer Zeitung

18. Oktober 2017 | 09:36 Uhr

Parchim : Ein Zeugnistag wie vor 200 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

ZiP lädt Fünftklässler der Parchimer Fritz-Reuter-Schule zu besonderem Schuljahresabschluss ein. Vereins(a)uktionswoche erfolgreich.

von
erstellt am 23.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Als Fritz-Reuter 1831 nach zwei Schuljahren in der Prima des Parchimer Friedrich-Franz-Gymnasiums sein Reifezeugnis in der Hand hielt, gab es für ihn und seine Eltern nur wenig Grund zur Freude. „Fleiß war ungleich; in einigen Fächern anzuerkennen, in anderen vermisst“, ist überliefert. Für die 24 Mädchen und Jungen der 5b der Fritz-Reuter-Schule gab es dagegen gestern jede Menge Grund zur Freude, obwohl ihre Zeugnisausgabe doch stark an den berühmten Dichter und Namensgeber ihrer Schule erinnerte. Nach der Premiere im Vorjahr hatte das ZiP-Büro (Zusammen in Parchim) zum Abschluss der diesjährigen Vereins(a)uktionswoche die 11- und 12-Jährigen mit ihren Lehrerinnen Carmen Warnke und Katja Schneeweiß zur „Zeugnisübergabe wie zu Reuters Zeiten“ in den Zinnhausgarten eingeladen.

Zur Schul-Zeitreise ins 19. Jahrhundert waren Birgit Naxer und Markus Lehmann mit entsprechenden Kostümen in die Rollen als strenge Lehrerin und überaus korrekten Schulleiter geschlüpft. Die Jungen und Mädchen staunten nicht schlecht, als ihnen das Lehrerduo klar machte, dass zu Reuters Zeiten Zucht und Strenge den Schulalltag bestimmten. Jungen auf die eine, Mädchen auf die andere Seite waren vor 200 Jahren normal. Mit einfühlsamen Worten wurden schließlich die Noten in jedem Zeugnis bewertet. Viel Lob, so manchen Hinweis und vor allem Ansporn fürs kommende Schuljahr gab es mit auf den Weg in die sechswöchigen Sommerferien. Das gemeinsame Klassenfoto wird alle sicher noch lange an die außergewöhnliche Zeugnisausgabe erinnern.

Für Steffi Schröder und Andrea Schulz, die als Mitarbeiterinnen des ZiP-Büros zum ersten Mal für die Organisation der Vereins(a)uktionswoche verantwortlich waren, gingen mit der historischen Zeugnisausgabe arbeitsreiche und spannende Tage zu Ende. „Vor allem die Workshops mit Schülern im Friedrich-Franz-Gymnasium sind eine Investition in die Zukunft. Junge Leute für das Ehrenamt zu interessieren, ist wichtiger denn je“, meint Steffi Schröder. In der Aktionswoche hat sie bei verschiedenen Veranstaltungen und Mitmachangeboten fast 150 Kinder und Jugendliche gezählt. „Den Vereinen und Initiativen geht der Nachwuchs aus. Da müssen wir deutlich stärker gegensteuern. Die Vereinsa(u)ktionswoche, die bereits zum 14. Mal stattfand, ist unverzichtbar“, bekommt Steffi Schröder auch von Karin Gruhlke, die sich von Anfang an für den Aufbau eines Ehrenamt-Netzwerkes engagiert und im Parchimer Bürgerkomitee aktiv ist, Rückendeckung. So wurde auch die Idee geboren, dass zum Jahresende in Parchim erstmals eine Veranstaltung zur Ehrung von Aktiven im Ehrenamt stattfinden wird.

Schon am Montag hat sich Steffi Schröder im ZiP-Büro mit zwei Frauen verabredet, die auf der Suche nach einer sinnvollen Betätigung ehrenamtlich aktiv werden wollen. „Da freue ich mich sehr“, sagt sie.  

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