Quellfest Marnitz : Ein „Riesen“-Fest mit Nachbarn gefeiert

Gespannfahrer Karl-Heinz Bahr vom Reit- und Fahrverein Ruhner Berge brachte das Putlitzer Burgfräulein (Antonia Eisermann) udn den Riesen Ramm (Uli Felsky) stilvoll zum Festplatz.
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Gespannfahrer Karl-Heinz Bahr vom Reit- und Fahrverein Ruhner Berge brachte das Putlitzer Burgfräulein (Antonia Eisermann) udn den Riesen Ramm (Uli Felsky) stilvoll zum Festplatz.

Prignitzer und Mecklenburger feierten am Wochenende ein großartiges Quellfest. Viele Akteure aus dem Ruhner Land machten mit. Lasershow zum Finale

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21. August 2016, 12:29 Uhr

Wie sich die Zeiten doch ändern. In den Geschichtsbüchern ist nachzulesen, dass sich vor Jahrhunderten Prignitzer und Mecklenburger nicht grün waren, immer wieder eisern  bekämpften und die Ruhner Berge als Schlachtfeld herhalten mussten. Doch das ist lange her. Wer sich am Samstag aus dem Brandenburger Land oder von Mecklenburg aus zur Wiese unterhalb der Ruhner Berge per Auto, Fahrrad oder zu Fuß machte, wollte nur eins, einen Tag mit Freunden genießen. Bis in die 1960er Jahre wurde an den naheliegenden Quellen meist zur Osterzeit zünftig gefeiert. Diese Tradition  griffen die Marnitzer quasi als neue Hausherren kurz vor der Jahrtausendwende wieder auf und legten den Grundstein für das bedeutendste länderübergreifende Fest in der Region.

„Das lassen wir uns auf keinen Fall entgehen“, so Hartmut Hauschild, der in Putlitz zu Hause ist. „Wir sind als Prignitzer früher in Marnitz und Suckow zum Tanz gefahren. Da hat man schöne Erinnerungen“, meint der 62-Jährige. So wie er waren die Prignitzer auch in diesem Jahr nicht nur als Gäste, sondern als Akteure bei der 17. Auflage des Quellfestes stark vertreten. Für die 16-jährige Antonia Eisermann war es ein ganz besonderer Tag. Als frisch gekürtes „Burgfräulein von Putlitz“ hatte sie beim  17. Quellfest ihren ersten großen offiziellen Auftritt. „Ich bin überrascht, was hier auf die Bühne gestellt wird. Da machen es die Besucher einem nicht schwer, seinem Amt gerecht zu werden“, sagt sie und blickt ehrfurchtsvoll auf ihren Begleiter, den „Riesen Ramm“, alias Uli Felske, der diese Rolle seit vielen Jahren nach Kräften ausfüllt. Er liefert schließlich den sagenhaften Hintergrund für das Spektakel. Der Riese soll, so die Überlieferung, einen dicken Stein in die Luft geworfen haben, der senkrecht herab fiel und den Riesen und eine von den Marnitzern angebotene Jungfrau begruben. Aus der Quelle des Elde-Zuflusses sollen bis heute die Tränen der Frau fließen.

Das Erfolgsrezept dieses Volksfestes hat Cheforganisator Gerd Holger Golisz wieder überzeugend unter Beweis gestellt. „Wir haben viele Mitstreiter aus beiden Amtsbereichen, zahlreiche Sponsoren und immer neue Ideen“, sagt er und ist stolz, dass dafür keine finanziellen Mittel aus öffentlichen Kassen benötigt werden. Dass, was gemeinsam erreicht werden kann, stellten bei einem symbolischen Löschangriff mit einer uralten Fuerwehrspritze (Baujahr ca. 1885) der Suckower Wehr, Bürgermeister und Kommunalpolitiker aus dem Amtsbereich Eldenburg Lübz und Putlitz unter Beweis.

Das Nonstop-Programm mit viel Musik, Tanz, Kutschfahrten zu den Quellen und kulinarischen Angeboten wurde mit einer Licht- und Lasershow am Abend gekrönt. 

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