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Parchimer Zeitung

18. Dezember 2017 | 23:09 Uhr

Tessenow : Ein kleines Bündel Leben

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Vor vier Wochen entdeckten Kerstin Schwarz und weitere Tierfreunde ein Kätzchen auf der Straße. Das Fundtier gedeiht prächtig.

von
erstellt am 05.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Diesen Juli-Sonnabend wird Kerstin Schwarz aus Tessenow so schnell nicht vergessen, denn der Ausflug gemeinsam mit Freunden zum Oldtimertreffen in Plau-Quetzin hielt eine ungeahnte Überraschung parat:  Es war auf der Rückfahrt, als sie zwischen Weisin und Passow auf der Straße ein kleines so um die fünf Wochen altes Kätzchen entdeckten. „Wir machten noch einen Schlenker, um das Tier nicht mit dem Auto zu erfassen, entschlossen uns dann aber doch, anzuhalten und nachzusehen“, erinnert sich Kerstin Schwarz.

Der Anblick, der sich den Ausflüglern dann bot, lässt keinen Tierfreund kalt: Am Straßenrand fischten sie ein kleines Bündel Leben aus dem Gras, mehr tot als lebendig, die Augen verklebt, von Hunger und Katzenschnupfen gezeichnet, der Körper mit mehr als 60 Zecken übersät, wie sich später herausstellte.  Für Kerstin Schwarz und ihre Begleiter war auf der Stelle klar: Das hilflose Tier kommt mit nach Hause. Beim nächsten Supermarkt legten sie noch einen Zwischenstopp ein, um Katzenmilch und Futter zu besorgen und dann ging es mit dem neuen Passagier an Bord weiter nach Tessenow.  

Auf den  Tag genau vier Wochen ist diese Begebenheit jetzt her und das kleine, dem Tod geweihte Kätzchen hat sich sichtlich gemausert: 1,26 Kilogramm zeigte die Wage am gestrigen Montag an. Am 8. Juli, als das kleine Knäuel Elend Einzug bei Familie Schwarz hielt, waren es gerade 350 Gramm, zwei Tage später hatte das Tier schon 100 Gramm mehr auf den Rippen. Anfangs legte Kersten Schwarz noch so   manche Nachtschicht ein, um dem kleinen Patienten alle zwei Stunden die Milch mühsam mit der Spritze einzuträufeln. Und auch so einige Tierarztbesuche waren in den zurückliegenden vier Wochen natürlich unverzichtbar. „Doch die ganzen Mühen haben sich gelohnt“, freut sich Kerstin Schwarz. Der neue Mitbewohner der Familie ist inzwischen stubenrein, kann sogar schon begleitete Ausflüge im Garten unternehmen und  zeigt zunehmend Neugierde, sein Umfeld zu erkunden.

So geben auch die Eltern von Kerstin Schwarz, Renate und Hubert Handschuh, sowie Nachbarn regelmäßig Obacht, damit es dem Findling an nichts fehlt.

Schon bald ist nun die Zeit reif, vielleicht sogar ein neues, dauerhaftes Zuhause für Kätzchen Abby zu finden. Doch so richtig mag Kerstin Schwarz den Gedanken nicht an sich herankommen lassen. „Wir haben das Tier so in unser Herz geschlossen, dass es uns bestimmt sehr schwer fallen wird, uns davon zu trennen“, gesteht die Tessenowerin.

Dabei wollte sie sich eigentlich überhaupt kein neues Haustier mehr anschaffen: Seit zehn Jahren ist nämlich Kater Willy der tierische Mitbewohner von Familie Schwarz. Im Oktober vergangenen Jahres quartierte sich dann ohne Vorwarnung  Fritz ein –  eine junge kastrierte weiße Samtpfote. „Fritz war einfach da und wich uns nicht mehr von der Seite. Wir haben noch überall herumgefragt, ob jemand das Tier vermisst, aber ohne Erfolg“, erzählt Kerstin Schwarz.    Willy und Fritz waren anfangs natürlich gar  nicht amüsiert, dass sie die Streicheleinheiten nun mit einem Katzenkind teilen müssen,  doch auch sie haben sich mittlerweile  mit der Situation arrangiert.

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