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Parchimer Zeitung

25. November 2017 | 12:36 Uhr

Parchim : Ein Klassiker seit fast 300 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Parchim wird in diesem Jahr wieder das Weihnachtsoratorium aufgeführt / Erstmals stehen alle sechs Kantaten auf dem Programm

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erstellt am 27.Okt.2014 | 08:40 Uhr

„Ich finde das Werk toll. Es ist so schöne Musik und mir macht das Chorsingen total viel Spaß.“ Als Pia Schubert hörte, dass die St. Georgenkantorei in diesem Jahr wieder das Weihnachtsoratorium aufführen und dieses Projekt gern mit weiteren Verbündeten verwirklichen möchte, zögerte die Studentin keine Sekunde.

Vor zehn Jahren gehörte Pia Schubert das erste mal zu den Mitwirkenden - damals gerade zwölf Jahre jung. Seitdem verstärkte sie den Chor bei fast jeder Aufführung. Am 29. November und am 28. Dezember 2014 wird die angehende Grundschullehrerin im 9. Semester nun gemeinsam mit ihrer Mutter Bianka Schubert an der Aufführung in der St. Georgenkirche beteiligt sein. Auch ihr Vater hat schon im Weihnachtsoratorium mitgesungen. Ihre Eltern haben ihr und ihren drei Geschwistern die Liebe zur Musik förmlich in die Wiege gelegt: Pia lernte bei ihnen das Blockflötenspiel, sang im Kinderchor von St. Georgenkantor Fritz Abs mit und nahm bei Lehrerin Ute Spegel an der kreislichen Musikschule Klavierunterricht. Als sie in Rostock ihr Lehramtsstudium aufnahm, schloss sie sich dem Chor der Hochschule für Musik und Theater an. Doch wenn das Weihnachtsoratorium „ruft“, dann ist ihr Platz in Parchim. Dort trafen sich am Sonnabend Mitwirkende zum ersten von insgesamt drei Probenvormittagen - zusätzlich zu den Treffen der Kantorei immer mittwochs. Die beiden anderen Zusatzproben sind für den 22. November und den 20. Dezember angesetzt. Etwa 100 Mitwirkende aus der Kreisstadt, aus dem Parchimer Land, wie zum Beispiel so gut wie der komplette Kirchenchor in Herzfeld mit der dortigen Pastorin Alena Saubert, aber auch aus Rostock, Schwaan, Laage, Zahren und anderen Orten werden an der diesjährigen Umsetzung des Werkes beteiligt sein, schätzt St. Georgenkantor Fritz Abs. Während seiner nunmehr 14-jährigen Wirkungszeit in Parchim steht der berühmte Weihnachtshit von Johann Sebastian Bach, den er 1734 landete, bereits zum siebten Mal auf dem kirchenmusikalischen Terminplan der St. Georgengemeinde. Diese Kontinuität kann wohl hierzulande kaum eine andere Stadt vergleichbarer Größe bieten. Obendrauf gibt es 2014 noch eine Premiere, die es in sich hat: Erstmals werden alle sechs Kantaten erklingen - an zwei Aufführungsterminen: am Sonnabend vor dem ersten Advent und am Sonntag nach Weihnachten.

Nachdem über die Jahre hinweg schon jede Kantate im Programm gewesen ist, sei es nun einfach soweit gewesen, sich an den gesamten Zyklus zu wagen, sagt Kantor Fritz Abs. In seinen Worten schwingt aber auch die Hoffnung mit, dass das mutige Engagement der ehrenamtlichen Mitwirkenden im Chor seine Würdigung findet, indem viele Zuhörer die Kirchenbänke füllen.


Von Parchim gleich weiter nach Hagenow


Am 29. November stemmen die Sängerinnen und Sänger, die Mecklenburger Kammersolisten sowie die Solisten Felizita Frenzel (Sopran), Dorothe Ingenfeld (Alt), Hannes Böhm (Tenor) und Marcus Vollberg (Bass) zudem eine Doppelvorstellung: Nach der Nachmittagsaufführung in Parchim geht es sofort weiter nach Hagenow, wo die Kantaten I-III in der dortigen Kirche ab 19 Uhr erklingen. Hier wird das Weihnachtsoratorium überhaupt zum ersten Mal seit 2009 wieder zu erleben sein - mit fünf Mitwirkenden aus Hagenow im Chor. Einer von ihnen ist Stefan Reißig (30), seit 1. September der neue Kirchenmusiker der Kirchengemeinde Hagenow / Kirch Jesar.

Die erste Begegnung mit Fritz Abs, der heute sein Mentor im Anerkennungsjahr ist, reicht 18 Jahre zurück: 1996 wurde in seinem Heimatort Satow bei Rostock die restaurierte Orgel eingeweiht. Fritz Abs gab das Konzert zu diesem feierlichen Anlass und Stefan Reißig saß neben ihm auf der Bank. Dieser erste unmittelbare Kontakt überhaupt mit einer Orgel sei für ihn einer von vielen Funken gewesen, die ihn schließlich für die Kirchenmusik entbrennen ließen, nachdem er zunächst Gymnasiallehrer für Musik und Religion wurde und im Anschluss Musiktheorie auf Diplom studierte. Dem folgte dann das Studium der Kirchenmusik in Dresden.


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