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Parchimer Zeitung

22. Oktober 2017 | 03:11 Uhr

Parchim : Ein Hoffest zum Tag der Familie

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Jugend- und Familienzentrum „Club am Südring“ feiert am 15. Mai die offizielle Anerkennung als Mehrgenerationenhaus

von
erstellt am 21.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Großer Ritterschlag im 26. Bestehensjahr des „Club am Südring“ in Parchim: Die Einrichtung in Trägerschaft des Bürgerkomitee Südstadt e. V. ist offiziell vom Bundesfamilienministerium als Mehrgenerationenhaus eingestuft worden, der entsprechende Förderbescheid eingetroffen.

„Das ist eine große Ehrung, Anerkennung und Wertschätzung unseres nachhaltigen Engagements“, freut sich Karin Gruhlke, die das Haus vom Eröffnungstag im Juli 1991 bis in den Spätherbst 2015 hauptamtlich geleitet hat und seitdem der Einrichtung als „Unruheständlerin“ so gut wie täglich ehrenamtlich zur Seite steht. Mit seiner von Beginn an im Alltag gelebten Philosophie „Alle(s) unter einem Dach“ hat sich der gemeinnützige Trägerverein schon immer um das Miteinander der Generationen und den Zusammenhalt in der Gesellschaft verdient gemacht. Damit kann er moralisch für sich in Anspruch nehmen, dass sein Club ein Mehrgenerationenhaus der ersten Stunde ist.

Das Haus etablierte sich in der Nachwendezeit innerhalb kürzester Zeit vom Wohngebiets- und Freizeittreff zu einem multifunktionalen Jugend- und Familienzentrum mit einer Vielzahl von Angeboten für Jung und Alt. Darüber hinaus gilt die Einrichtung seit vielen Jahren als Bildungspartner für Schulen und Interessengruppen besonders im Bereich der Gesundheits- und Umweltbildung. So werden Ende April wieder zehn Parchimer Grundschulklassen mit jeweils 20 bis 25 Kindern im Rahmen ihrer Gesundheitswoche in die Südstadt pilgern.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Naturparkranger Jürgen Gärtner und der Bienenexpertin Margret Peters startet in diesen Wochen ein neues umweltpädagogisches Projekt: Auf dem Hof werden zwei Hochbeete mit Kräutern sowie bienen- und insektenfreundlichen Pflanzen angelegt. Und im Insektenhotel, das kürzlich beim Internationalen Tag der guten Taten gebaut wurde (SVZ berichtete), haben längst die ersten Bewohner Einzug gehalten. Zur Freude aller sind es Wildbienen.

Ausgebaut wurde zudem das Angebotsspektrum im Jugendsozialbereich. Eine als Jugend-Schuldencoach zertifizierte Clubmitarbeiterin sensibilisiert Kinder und Teenager für den richtigen Umgang mit Geld – ein Angebot, das von Schulen gern in Anspruch genommen wird.

Offiziell soll die Anerkennung als Mehrgenerationenhaus am 15. Mai gefeiert werden. Ein bewusst gewähltes Datum mit Symbolcharakter: Denn diesen Tag haben die Vereinten Nationen als Internationalen Tag der Familie ausgerufen. Nach einer kleinen offiziellen Feierstunde am Vormittag steigt am Nachmittag ab 15 Uhr ein buntes Hoffest mit Spielen, Schminkstand, Glücksrad, Malstraße, Zuckerwatte und einer zauberhaften Überraschung für kleine und große Gäste.

Das aktuelle Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus hat eine Laufzeit von vier Jahren, in denen bundesweit insgesamt 17,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Davon erhält der Club am Südring wie jedes andere Mehrgenerationenhaus eine jährliche Bundesförderung in Höhe von 30 000 Euro. Die erforderliche Kofinanzierung in Höhe von 10 000 Euro übernehmen die Kommune, der Landkreis und/oder das Land. Das Geld bedeutet für den Parchimer Club jedoch keinen Cent an zusätzlichen Mitteln. Im Gegenteil: Damit werden anderthalb Personalstellen gerettet, für die das Bürgerkomitee Südstadt nicht mehr den Eigenanteil hätte aufbringen können. Schleichende Preissteigerungen, insbesondere im Bereich der Energie- und Festkosten, machen auch diesem Verein unheimlich zu schaffen.

Sehr traurig sei man darüber, dass das Spendenaufkommen zurückgegangen ist. Früher konnte sich der Verein auch immer mal wieder Hoffnung machen, etwas von dem Kuchen abzubekommen, wenn das Amtsgericht Bußgelder an gemeinnützige Einrichtungen weiterleitet.

Der Club bewältigt sein vielseitiges Leistungsangebot mit drei hauptamtlichen Mitarbeitern, die wiederum auf ein zuverlässiges Netzwerk engagierter Ehrenamtlicher bauen dürfen. Das Jugend- und Familienzentrum ist in der Regel an sechs Tagen in der Woche geöffnet - sogar am Sonntagnachmittag und an Feiertagen.

Was dort täglich mit viel Herzblut geleistet wird, hat auch den SPD-Bundestagsabgeordneten Frank Junge schwer beeindruckt. Deshalb machte er sich persönlich beim Familienministerium für die Aufnahme des Clubs am Südring in das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus stark.

 

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