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Parchimer Zeitung

20. Oktober 2017 | 18:18 Uhr

Parchim : Ein Helm für Monier aus Syrien

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Wie deutsche Verkehrszeichen die Integration befördern. Kreisverkehrswacht und Polizeiinspektion in der Fahrradwerkstatt West

von
erstellt am 19.Nov.2016 | 16:00 Uhr

Wenn die Fahrradwerkstatt West in der Stegemannstraße (Nähe Bahnhof) um 14 Uhr ihre Tore öffnet, dann dauert es nur wenige Minuten und Kinder und Jugendliche strömen in den Raum. Viele haben kaputte Fahrräder und wollen hier vor Ort lernen, diese zu reparieren. Henrick Fritsche und seine Mitarbeiter stehen ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Doch ein kleines Problem gibt es, es ist die Sprache. Stets mischen sich hier deutsche mit arabischen, englischen, französischen, russischen Wörtern – oder die Fahrradfreunde verständigen sich mit Handzeichen. Henrick Fritsche: „Wir sind für alle da, natürlich auch für die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.“ Sie kommen alle aus der Weststadt und aus der Asylbewerberunterkunft sowie aus anderen Stadtteilen. Fritsche: „Wir geben ihnen Hilfe zur Selbsthilfe, zeigen ihnen, welche Teile laut Vorschrift wichtig sind – Licht, Bremse, Klingel – und wie man Reparaturen ausführt.“


Basteln als kleiner Integrationskurs


Die Bastelei ist ganz nebenbei eine kleine Integrationswerkstatt. Denn die Jugendlichen aus verschiedenen Ländern „kommen sich näher, lernen voneinander, haben eine sinnvolle Beschäftigung und bauen damit auch mögliche Aggressionen ab“, ist sich Fritsche sicher. Und in der Tat, in der Fahrradwerkstatt geht es ruhig und sachlich zu.

In dieser Woche waren zusätzlich die Präventionsbeamten Kathleen Guder und Eckard Tackmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust sowie Andrea Bartz und Lothar Krause von der Kreisverkehrswacht in der Fahrradwerkstatt-West. „Die Beamten haben eine theoretische Unterweisung in Sachen Verkehrsregeln in Deutschland durchgeführt und wir von der Kreisverkehrswacht haben das dann praktisch auf einem kleinen Parcours geübt“, erklärt Andrea Bartz das Gastspiel.

Zum Einsatz kamen dabei die neuen Verkehrsschilder, die die Kreisverkehrswacht anschaffen konnte, weil ihnen auf Vorschlag des Landtagsabgeordneten Wolfgang Waldmüller Ehrenamts-Fördergelder des Innenministeriums überreicht wurden (wir berichteten). Einige Computerbilder waren bereits mehrsprachig aufgebaut, ansonsten klappte es ganz gut mit der Verständigung. Deutsche und ausländische Jugendliche zeigten bereits gute Kenntnisse im Verkehrsrecht. Natürlich konnten die Polizeibeamten und Mitarbeiter der Verkehrswacht an diesem Nachmittag noch vorhandene Wissenslücken schließen.

Ganz besonders freute sich der achtjährige Monier aus Syrien. Andrea Bartz überreichte dem Jungen einen nigelnagelneuen Fahrradhelm, der sogar mit einem LED-Rücklicht ausgestattet ist. Mit leichten Akzent bedankte sich Monier aus vollem Herzen. Auch die anderen Teilnehmer gingen nicht leer aus, sie erhielten gelbe Warnwesten, damit auch sie in der kommenden dunklen Jahreszeit rechtzeitig und gut von anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere den motorisierten, zu erkennen sind.

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