SPD in Crivitz : Ein Abend für Thomas Schwarz

Thomas Schwarz (v. l.) Bildungsministerin Birgit Hesse und Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering
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Thomas Schwarz (v. l.) Bildungsministerin Birgit Hesse und Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering

Bürger können auch loben: Wie der Kommunalpolitische Abend der Landes-SPD zur Gala für einen Abgeordneten wurde

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02. Februar 2018, 08:00 Uhr

Die gute alte vielgescholtene SPD, überhäuft mit hundertfachem Lob aus Bürgermund. Gibts nicht, sagen Sie? Gibts doch, im Schloss Basthorst bei Crivitz beim Kommunalpolitischen Abend am Mittwoch.

Für so einen Bürger-Treff tourt die Landtagsfraktion der SPD durchs ganze Land, der direkt gewählte Abgeordnete vor Ort ist jeweils der Gastgeber nach der Überland-Fraktionssitzung. Der Frage-Abend mit geladenen Ministern gehört dann den Gästen – Ehrenamtlern quer durch alle politischen Lager. Diesmal wurde es die Gala von Thomas Schwarz aus Demen, vor 25 Jahren als Busfahrer in die SPD eingetreten, seit 2002 im Landtag. Von der Mandolinengruppe Zahrensdorf-Brüel bis zum Kleingärtnerverband Parchim gaben sich mehr als hundert Frauen und Männer ein Stelldichein – fast alle persönlich begrüßt. Karnevalisten neben Judoka, THWlern, Rettungsschwimmern und der Rheuma-Liga. Sie alle sahen nicht so aus, als könnte sie ein wortgewandter Berufspolitiker müde reden. Auf dieser Bühne war Klartext gefordert. Gegen eine inszenierte Show sprach übrigens auch, dass die SPD die Presse gar nicht erst eingeladen hatte. Wir gingen trotzdem hin.

Das geballte Ehrenamt durfte also an weiß gedeckten Kerzenleuchter-Tischen im Schloss Basthorst Tacheles reden – Manuela Schwesig und Co konnten nicht dabei sein, die GroKo-Verhandlungen waren schuld. Dafür kam Bildungsministerin Birgit Hesse.

Markus Eichwitz, Amtswehrführer in Crivitz, ergriff als erster das Wort. Er müsse doch mal so einige Herren loben. Den Bundestagsabgeordneten Frank Junge zum Beispiel, der regelmäßig bei den 29 Wehren im 25 000-Seelen-Amtsbereich vorbeischaue. Oder den Thomas (Schwarz). Seit 20 Jahren werfe er sich für die Feuerwehren ins Zeug: „Wenn es ein Problem gibt und man ruft bei ihm an, bekommt man keinen Termin. Er ist in einer halben Stunde persönlich da.“ Gut, Journalisten lauern berufsbedingt auf kritische Stimmen. Der nächste Wortbeitrag vielleicht? Marlies Schulz, Vorsitzende der Rheuma-Liga in Brüel, sah ernst aus, als sie zum Mikrofon griff. Sie stellte ihre ehrenamtliche Arbeit vor. Mit 17 Mitgliedern vor 20 Jahren angefangen, sind jetzt 100 Mitstreiter an Bord. „Wir sind für ältere Leute und Kranke da. Zum Arzt geht jeder allein. Aber was danach kommt...“ Marlies Schulz warb auch um finanzielle Unterstützung für das Ehrenamt, zum Beispiel für ein kleines Jubiläumsfest. Dann sprach die Blankenbergerin Thomas Schwarz persönlich an: „Sie sind einfach immer für das Ehrenamt da, Sie nehmen Verantwortung wahr. Schön, wenn man weiß, es ist jemand da, der sich kümmert.“

Birgit Hesse kommentierte: „Thomas, du scheinst hier sehr beliebt zu sein...“ Professor Dr. Bernd Frank, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Helios Klinik Leezen, dankte Ex-Ministerpräsident und Ex- Sozialminister Erwin Sellering für dessen Einsatz für den Klinikstandort Leezen: „Wir standen auf der Kippe. 320 Arbeitsplätze gerettet, weitere 200 dazugeholt.“ Frank hatte mit Blick auf den Fachkräftemangel eine persönlich-private Bitte: „Sorgen Sie für die Durchlässigkeit des Bildungssystems.“ Er selbst habe es seinerzeit als Arbeiterkind auch dank entsprechender Förderprogramme bis zum Professor gebracht. Durchlässigkeit sei der Schlüssel, stimmte Birgit Hesse zu. Das gelte auch für die Politik.

Der lebende Aufstiegs-Beweis Thomas Schwarz zeigte sich am Ende gerührt: „Das tut alles mal richtig gut.“ Wenn das Martin Schulz erlebt hätte....

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