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Parchimer Zeitung

18. November 2017 | 11:32 Uhr

Parchim : Eigene Akademie für junge Leute

vom

svz.de von
erstellt am 27.Mär.2012 | 04:29 Uhr

parchim | "PaNak" -Dieses Akronym wird man sich merken müssen. Es bedeutet Parchimer Nachwuchsakademie, eine Hochschule für Kinder, die noch im Frühling an den Start gehen wird. Träger sind die Parchimer Bürgerstiftung, der Förderverein Asklepios Klinik, der Kreisjugendring und die Schweriner Volkszeitung. Die Idee, so etwas wie die beliebte Rostocker Kinder-Uni auch in Parchim auf die Beine zu stellen, hatte Professor Dr. Bernd Klausch, langjähriger ehemaliger Chefarzt der Asklepios-Klinik. Über das Projekt sprach Redaktionsleiter Udo Mitzlaff mit dem Parchimer.

Frage: Herr Professor, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ausgerechnet in Parchim eine Hochschule für Kinder ins Leben rufen zu wollen?

Prof. Dr. Bernd Klausch: Es ist wie im Sport. Sie haben Breiten- und Sie haben Spitzensport. Die Parchimer Bürgerstiftung hat sich unter anderem auf die Fahnen geschrieben, junge Schulkinder darin zu bestärken, dass man nie zu klein ist, Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen. Der Parchimer Kinderpass soll Jungen und Mädchen schon von frühen Kindesbeinen an motivieren, die vielen Möglichkeiten auszuschöpfen, um sich sportlich, kreativ und gesundheitsbewusst zu betätigen. Mit der Nachwuchsakademie möchten wir gemeinsam mit den Eltern den Teil der Kinder und Jugendlichen fördern, der sich wissbegierig und talentiert zeigt.

Wie muss man sich das vorstellen? Wird es Vorlesungen geben?

Wir wollen mit der Parchimer Nachwuchsakademie zunächst die 8- bis 12-Jährigen, die auch den Kinderpass bekommen, anregen und ihre Entwicklung fördern. Aber ganz bestimmt wird es auch Themen für Jugendliche über 12 Jahren geben. Wir planen drei Veranstaltungen pro Semester, also sechs im Jahr. Aber wir sind ja nicht die Ersten, die auf die Idee kommen. Die Rostocker Kinder-Uni hat bei der Idee Pate gestanden, eine solche Institution in unserer Stadt und Region zu etablieren. Eine Akademie scheint uns angemessen, das entspricht der Stellung einer Fachhochschule.

Wie haben Sie die Partner für das Projekt gefunden?

Wir haben vor zwei Monaten darüber im Förderverein der Asklepios Klinik gesprochen. Dort ist auch Regine Wetzig Mitglied, die Vorstandsvorsitzende der Parchimer Bürgerstiftung. Die Asklepios Klinik hatte schon viel eher damit begonnen, Kinder aus Sicht des Gesundheitswesens zu fördern. Wir fanden, dass wir die Initiativen bündeln sollten und so kam es zur Zusammenarbeit.

Also stehen Sie noch ganz am Anfang?

Wir sind schon mittendrin! Wir konnten bereits den ersten Dozenten verpflichten, übrigens einen Parchimer. Stefan Krei bohm wird am 29. März anschaulich erklären, wie unser Wetter entsteht, was den Unterschied zwischen Wetter und Klima ausmacht und was Meteorologen so tun. Das ist dann auch der Auftakt der Akademie. Hier sind die Eltern herzlich willkommen, denn wir wollen ihnen an diesem Tag unser Konzept vorstellen.

Was erwartetet die kleinen Besucher? Eine Unterrichtsstunde im anderen Rahmen?

Mehr, es wird spannend. Stefan Kreibohm wird 45 Minuten reden, dann gibt es Zeit für Fragen. Das Wissen wird auch in der Tageszeitung präsentiert, im Internet wird es die Möglichkeit zum Dialog auf einer eigenen Seite geben.

Sie wollen aber nicht der Schule Konkurrenz machen?

Nein. Die Parchimer Nachwuchsakademie will die Arbeit der Lehrer flankierend unterstützen, niemals wollen wir konkurrieren. Wir würden uns aber über freundliche Empfehlungen sehr freuen. Die sechs Vorlesungen pro Jahr werden wie ein Vorlesungsverzeichnis an der Uni lange vorher verfügbar sein, sodass die Terminabstimmung möglich wird.

Dürfen nur Parchimer kommen?

Wie die Rostocker Kinder Uni wollen wir zunächst 8- bis 12-Jährige ansprechen. Wer Interesse mitbringt, ist willkommen. Auch Kinder aus der Region, aus dem Landkreis dürfen natürlich kommen. Außer beim Auftakt gilt für Erwachsene, dass auch sie zuhören dürfen, aber bei begrenzter Platzzahl haben Kinder den Vorrang. Ganz wichtig übrigens: Die Veranstaltungen sind kostenlos.

Wer wählt die Themen aus?

Wir haben eine Themenkommission gegründet, die sich auch schon getroffen hat. Sie diskutiert den Mix und schlägt Referenten vor. Wir sind natürlich auch offen für Wunschthemen der Kinder.

Aus Ihnen sprudelt eine gehörige Portion Idealismus. Dahinter steckt doch mehr als die Gründung einer Urania für kleine Leute...

Richtig. Wir möchten doch alle, dass unsere Kinder in der Region bleiben und auch nach dem Studium vielleicht in der schönen Stadt Parchim oder Umgebung interessante Berufe ausüben. Die Akademie will einerseits Appetit machen auf Bildung, vielleicht sogar auf ein Studium. Sie will also anregen. Andererseits gibt so eine Veranstaltung vielleicht einem jungen Talent den Anstoß für weitergehende Studien und die spätere Berufswahl.

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