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Parchim : Durch die Geige ein Schulleben lang verbunden

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Ein wenig sentimental war die Stimmung im Übungsraum von Sigrun Haß in der Parchimer Kreismusikschule schon. Dreizehn Jahre hat sie Ulrike Blume für Geige und Bratsche ausgebildet, doch nun endet ihr gemeinsamer Weg.

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2013 | 10:57 Uhr

Ein wenig sentimental war die Stimmung am vergangenen Dienstag im Übungsraum von Sigrun Haß in der Parchimer Kreismusikschule schon. Dreizehn Jahre hat sie Ulrike Blume für Geige und Bratsche ausgebildet, doch nun ist das Schuljahr beendet und die inzwischen 18-Jährige hält ihr Abiturzeugnis in den Händen. „Es ist wirklich selten, dass ein Musikschüler so lange und ausdauernd dabei bleibt“, verrät die Diplom-Musikpädagogin, die Ulrike nun schon seit ihrer ersten Schnupperstunde im Alter von fünf Jahren begleitet.

„Ich erinnere mich noch gut an diesen Tag – damals waren wir noch in Lübz – Ulrike war die Einzige, die an diesem Violin-Schnupperkurs teilnehmen wollte und ganz interessiert meinen Hinweisen lauschte“, so Sigrun Haß. Auch die Abiturienten erinnert sich noch, warum sie vor ziemlich genau dreizehn Jahren unbedingt Geige lernen wollte: „Meine Mama spielt auch Geige und an Weihnachten machten wir immer gemeinsam Musik – bei den Weihnachtsliedern wollte ich einfach unglaublich gerne mit ihr im Duett spielen.“

Damals hatte sie noch Angst vor großen, öffentlichen Auftritten – bei ihrem ersten Konzert versteckte sich Ulrike unter einem Tisch. Heute spielt sie sogar mit Begeisterung im mecklenburgischen Landesjugendorchester Bratsche, die sie vor vier Jahren zusätzlich zur Geige erlernte. An die Aufnahmeprüfung erinnern sich beide Frauen gerne zurück. „Ich war total nervös. Wahrscheinlich sogar nervöser als Ulrike, weil ich mir jedes erdenkliche Szenario vorstellte“, verrät Sigrun Haß, die derartige Prüfungssituationen gut kennt. In einem solchen Orchester spielen zu können, sei für einen jungen Musiker eine große Chance, so die Musikpädagogin. „Das ist wirklich eine tolle Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte“, sagt Ulrike, die mit dem Orchester sogar schon in Tallinn musizierte und in diesem Jahr noch einmal mit ihren Kollegen nach Polen fährt.

Mit dem Abitur endet für Ulrike auch ihre Zeit in der Kreismusikschule Parchim-Lübz. Ein bisschen wehmütig schauen sich die beiden Frauen bei dem Gedanken an, dass dies nun ihre letzte gemeinsame Unterrichtsstunde sein wird und jede hat auch ein kleines Abschiedsgeschenk vorbereitet. Ulrike holt den alten SVZ-Artikel aus dem Jahr 2000 heraus, der die beiden Frauen vor dreizehn Jahren bei ihrer ersten Geigen-Stunde zeigt und ein Lächeln huscht ihnen über die Lippen, als sie sehen, wie sehr sie sich inzwischen verändert haben.

Bald wird Ulrike beim Bundesamt für Steuern ein duales Studium zur Diplom-Finanzwirtin beginnen und ihre erste eigene Wohnung beziehen, doch ihrer Musik wird die 18-Jährige weiterhin treu bleiben. „Schon als ich klein war, wollte ich nicht unbedingt Musik studieren – für mich ist das ein Ausgleich und ein Hobby“, verrät sie.

Erstmal werde die Abiturientin die Eindrücke der Arbeitswelt auf sich wirken lassen, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass sie dann auch wieder in einem Orchester zu hören sein wird. Vielleicht sogar an dem Klavier, denn das sei ein Instrument, was Ulrike in Zukunft gerne noch einmal ausprobieren würde.

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