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Strompreis steigt zum 1. März : Druck auf Stadtwerke wächst

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kommunal-Anbieter gibt nur höhere Ökostrom-Umlage an rund 12 000 Kunden weiter

von
erstellt am 20.Feb.2017 | 21:00 Uhr

So wie für mehr als zehn Millionen Haushalte in ganz Deutschland erhöht sich nun auch der Strompreis, den die Parchimer Stadtwerke ihren Kunden in Rechnung stellen. Schon vor Wochen gab es diese Ankündigung per Post. Ab dem 1. März müssen rund 12 000 Kunden – Privathaushalte und Gewerbebetriebe – 0,53 Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlen. „Das ist die Differenz zwischen der bisherigen Ökostromumlage (EEG), die bis zum Jahresende 2016 bei 6,35 Cent pro Kilowattstunde lag und vom Gesetzgeber auf 6,88 Cent ab dem 1. Januar angehoben wurde“, erläutert Geschäftsführer Dirk Kempke die Entscheidung der Stadtwerke. Für einen durchschnittlichen Musterhaushalt, der 2500 Kilowattstunden Elektroernergie im Jahr verbraucht, stehen am Ende etwa 15 Euro Mehrkosten zu Buche. Nicht wie die Mehrzahl der Stromlieferanten zum Jahreswechsel, sondern erst zwei Monate später, wird die Tarifanpassung in Parchim wirksam. „Die Mehrkosten, die wir als Unternehmen in Form der erhöhten EEG-Abgabe leisten mussten, konnten wir durch die Optimierung unserer Betriebsabläufe abfedern“, sagt der Stadtwerkechef. Für ein Jahr sei der Strompreis damit garantiert.

„So wie alle Stromlieferanten geraten auch wir als Stadtwerke immer stärker unter Druck“, gibt Dirk Kempke zu bedenken und fügt hinzu: „Obwohl der Einkaufspreis für Strom sogar gesunken ist und wir mit anderen Stadtwerken eine Einkaufsgemeinschaft bilden, um im Interesse unserer Kunden langfristig zu verhandeln, hängen wir von Entscheidungen der Politik ab.“ Auch der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, bläst ins gleiche Horn: „Die EEG-Umlage wächst in diesem Jahr fast viereinhalb Mal so stark wie die Wirtschaft. Das jetzige Fördersystem läuft aus dem Ruder“.

Auch für die Verbraucher wird es immer schwieriger, durch Einsparungen die Erhöhungen zu kompensieren. „Es macht dennoch Sinn, den Haushalt nach energieintensiven Geräten zu überprüfen. Dafür können sich Stadtwerkekunden bei uns auch ein Messgerät ausleihen“, empfiehlt André Pinnau als Marketingleiter der Parchimer Stadtwerke.

Im Kundencenter des kommunalen Energieversorgers am Ostring sind die Mitarbeiter darauf eingestellt, die Preisgestaltung und Hintergründe der Energiepolitik bei Interesse zu erläutern.

 

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