Gefahrgutzug Parchim : Drei gefährliche Einsätze geübt

Helfer in speziellen Chemiekalienschutzanzügen suchen nach einem Leck am Gefahrgutlaster.
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Helfer in speziellen Chemiekalienschutzanzügen suchen nach einem Leck am Gefahrgutlaster.

Ausbildungstag des Gefahrgutzuges Ost des Landkreises in Dargelütz - 100 Helfer probten Einsatz mit Chemieunfällen

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20. März 2016, 17:05 Uhr

Ein Unfall mit einem Gefahrgut-Lkw, brennende Giftfässer im Wald und ein Industrieunfall mit Chemikalien: Eine Übung am Sonnabend forderte rund 100 Helfer des Gefahrgutzuges Ost des Landkreises Ludwigslust-Parchim sowie des DRK-Sanitäts- und Betreuungszuges in Dargelütz.

„Ziel dieses Ausbildungstages ist das Zusammenspiel der verschiedenen Wehren, die im Gefahrgutzug Ost zusammengefasst sind sowie die Vorgehensweise der Einsatzkräfte, insbesondere der Führungskräfte“, sagte der neu berufene Zugführer Dirk Prieß. Rund 200 Kameraden von elf Feuerwehren, die auf den Altkreis Parchim verteilt sind, gehören dem Gefahrgutzug Ost an. 70 von ihnen sowie 32 Kameradinnen und Kameraden des DRK-Sanitäts- und Betreuungszuges nahmen an diesem zentralen Ausbildungstag teil. „Letzteren gebührt der Dank von uns, denn die DRK-Kameraden haben sich nicht nur in den Übungsablauf, sondern auch in die Vorbereitung aktiv eingebracht“, so Zugführer Prieß. Die Rot-Kreuzler waren aber nicht nur für die medizinische Abteilung zuständig, sondern sie sorgten auch für das kulinarische Wohl während des Übungstages.

In der ersten von drei Übungsszenarien ging es um einen Verkehrsunfall zwischen zwei Lkw, wovon einer Gefahrgut geladen hatte. Angenommen wurde Cloraceton, welches bei Kontakt zu erheblichen Reizerscheinungen und Verätzungen der Augen, der Haut und der Atemwege führen kann. Zusätzlich waren Personen in den Fahrzeugen verletzt, eine Unfallzeugin hatte erhebliche psychische Probleme. Ein nicht leichtes Szenario, welches hier bewältigt werden musste. Die Goldberger Kameraden, die als erste Wehr zum Einsatzort kamen, mussten die weiteren Maßnahmen, wie die Anforderung des Gefahrgutzuges und die Rettung der Verletzten sowie das Abdichten des Lecks am Lkw einleiten. Bei einer ersten Auswertung nach Übungsende musste Dirk Prieß feststellen, „dass nicht alles optimal verlief und man noch an der einen und anderen Stelle intensiver üben muss“.

Beim zweiten Szenario waren in einem Waldstück Sturmschäden zu beseitigen, Feuer zu löschen und Fässer mit unbekanntem Inhalt zu bergen. Hier waren die Kameraden aus Suckow gefordert, die als erste eintreffen sollten. Lichterloh brannten die Fässer, doch quer über dem Anfahrtsweg waren Bäume gestürzt, die erst beseitigt werden mussten, bevor die Flammen bekämpft und das Gefahrgut bestimmt werden konnte.

Im dritten Szenario am Nachmittag war Gefahrgut aus einer angenommenen Industriehalle zu beseitigen, zusätzlich waren Verletzte zu retten und zu versorgen. Hier tat der Übungsanhänger für Gefahrgutunfälle aus der Malchower Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz sehr gute Dienste. Dank gebührt den DRK-Kameraden, die den Spezialanhänger nach Dargelütz transportierten. Integriert in die Übungsszenarien waren auch Dajana Joske und Peter Stockmann von der Johanniter-Unfallhilfe, die als Notfallseelsorger zum Einsatz kamen.

Letztlich dankte die Übungsleitung allen Beteiligten für deren Engagement und empfahl, die Auswertungsergebnisse in den beteiligten Wehren gut auszuwerten. Wichtigster Kritikpunkt an diesem Tage war, dass Helfer bei der Rettung von Personen zu wenig an die Eigensicherung dachten und sich selbst kontaminierten. Aufmerksame Beobachter waren Kameraden aus Pampow, die in den in naher Zukunft zu bildenden Gefahrgutzug West des Landkreises Ludwigslust-Parchim integriert werden sollen.

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