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Fälle aus dem Amtsgericht Parchim : Drängler auf der Anklagebank

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Gleiche Stelle, ähnliche Ordnungswidrigkeiten, unterschiedliche Urteile: Raser und Drängler auf der A 24 drückten die Anklagebank im Parchimer Amtsgericht. Wir stellen Ihnen vier Fälle vor:

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erstellt am 05.Apr.2013 | 11:49 Uhr

PARCHIM / MARNITZ | Gleiche Stelle, ähnliche Ordnungswidrigkeiten, unterschiedliche Urteile - so geschehen bei den jüngsten Verfahren im Parchimer Amtsgericht, in denen Drängler die Anklagebank drückten.

Fall 1: Sven K. war auf der Autobahn A 24 bei Marnitz mit 134 Stundenkilometern unterwegs und hatte den erforderlichen Sicherheitsabstand von 64 auf 23 Meter unterschritten. Zwar war ihm seinerseits der Hintermann zu dicht aufgefahren, "aber das ist noch lange keine Rechtfertigung, um dem Vordermann in den Kofferraum zu kriechen", monierte Amtsrichter Kai Jacobsen. Zudem habe das Fahrzeug des Beschuldigten über eine Automatik zur Abstandsregelung verfügt, die allerdings ausgeschaltet gewesen sei. "Die Chance auf korrekten Abstand war da." Dennoch zu dicht aufzufahren, verschärfe zwar nicht das Bußgeld, "ist aber schon ziemlich dreist". An eine Einstellung des Verfahrens sei deshalb nicht zu denken. Der Beschuldigte nahm daraufhin seinen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid zurück. Es blieb bei einer Geldbuße von 180 Euro. Zu seinen 11 Punkten im zentralen Verkehrsregister kamen drei hinzu.

Fall 2: Nils L. war mit 136 Stundenkilometern gefilmt worden, als er 21 Meter auf seinen Vordermann auflief. Der war von der Hauptfahrspur - ohne seinen Blinker zu setzen - abrupt auf die Überholspur ausgeschert und hatte sich vor den Betroffenen gesetzt. "Das ist einfach dumm gelaufen", attestierte der Amtsrichter dem Betroffenen und stellte das Verfahren ein.

Fall 3: David O. hatte seinen Sicherheitsabstand auf nur noch 20 Meter verkürzt - und das bei einer Geschwindigkeit von 142 Stundenkilometern. Dieser unbestreitbare Sachverhalt wurde mit einem Bußgeld in Höhe von 240 Euro geahndet. Außerdem sprach Amtsrichter Jacobsen ein Fahrverbot für einen Monat aus.

Fall 4: Christian R. zog seinen Einspruch zurück, nachdem ihm das Video seiner Ordnungswidrigkeit vorgespielt worden war. Anstatt auf der freien Hauptspur der Autobahn zu bleiben, war er auf der Überholspur mit 138 Stundenkilometern einem Vorausfahrenden 26 Meter auf die Pelle gerückt. Das ahndete Amtsrichter Jacobsen mit einem Bußgeld von 180 Euro und drei Strafpunkten.

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