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Ludwigslust-Parchim : Digitale Arbeit ändert die heimischen Jobs

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Weckruf aus dem Wirtschaftsministerium vor rund 200 Gästen aus Wirtschaft und Politik beim 14. Neujahrsempfang des Unternehmerverbands Ludwigslust-Parchim

von
erstellt am 18.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Wolfgang Waldmüller, Regionalleiter des Unternehmerverbands Ludwigslust-Parchim, hatte sich gestern zum Neujahrsempfang einen Weckruf zum Thema Industrie 4.0, also der Digitalisierung der Arbeitswelt, gewünscht. Der kam. Ralf Svoboda, Referatsleiter Technologie aus dem Wirtschaftsministerium, gelang es, vor rund 200 Gästen in der Sparkasse Parchim-Lübz Pioniergeist zu wecken. „Da können Sie etwas tun.“ Dieser dezent formulierte Satz fasst das Chancenpotenzial für Unternehmen und Arbeitsplätze im Landkreis Ludwigslust-Parchim knallhart zusammen.

Industrie 4.0, das meint die Verzahnung der Produktion mit modernsten Informations- und Kommunikationstechniken – und es wird keinen Bogen um Ludwigslust-Parchim machen. Sonst ziehen andere an uns vorbei. „Es geht um den zukünftigen Wohlstand“, sagt Wolfgang Waldmüller.

Industrie 4.0 weckt aber auch Ängste um von Robotern vernichtete Arbeitsplätze. Bei diesem Thema wird Ralf Svoboda, auch als Architekt der Technologieförderung in MV bezeichnet, leidenschaftlich: Erstens sind wir nicht zu spät dran. Zweitens stimmt das mit den Jobs so nicht. Anders als bei bloßer computerintegrierter Produktion bleibt der Mensch bei Industrie 4.0 Dirigent der Wertschöpfung.

Dennoch, es gibt Studien, die das Killerpotenzial für Jobs aufzeigen. In Deutschland könnten demnach 15 Prozent der Arbeitsplätze ersetzt werden, weil sie einen hohen Routinegrad haben. In MV sind es nur 10,8 Prozent, aber in Ludwigslust-Parchim 17 bis 20 Prozent, was einem hohen Anteil an Fertigungsjobs geschuldet ist. Nur fallen die nicht automatisch weg, sagt Ralf Svoboda und mahnt die Unternehmer, ranzugehen: „Aus- und Weiterbildung, lebenslanges Lernen, das sichert Arbeitsplätze und das gilt auch für Arbeitgeber.“ Ein Förderkriterium ist folgerichtig auch die Sicherung bestehender Arbeitsplätze. Generell seien die regionalen Zahlen ein Signal für „hohe Produktivitätspotenziale“.

Was abstrakt klingt, birgt Chancen für neue Produkte oder innovative Prozesse. Einige Beispiele: Roboter, die automatisch Teile aus Kisten heben. Intelligente Behälter, die ihre Befüllung autonom bestellen. Oder die „Total Care“ genannte Idee des Flugzeugtriebwerk-Herstellers Rolls Royce. Die Turbinen übermitteln ständig Daten an den Hersteller, der den Betrieb online überwachen und warten kann und damit „klüger“ wird. Am Freitag wird eine Fraunhofer-Forschungseinrichtung zum Thema in Rostock eröffnet.

Mit mehr als 600 Unternehmen im Gesamtverband und 280 Mitgliedsfirmen allein im Landkreis ist der UV laut Waldmüller die „größte freiwillige Wirtschaftsvereinigung“. Im Jahr 2016 seien 21 neue Mitglieder hinzugekommen. „Wir sind in beiden Altkreisen gleichermaßen präsent und der stärkste Regionalbereich im Unternehmerverband“, so Regionalleiter Wolfgang Waldmüller.

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