Jugendrotkreuzler Parchim : Diese Truppe kann Leben retten

Ein eingespieltes Team: Die Jugendrotkreuztruppe am Friedrich-Franz-Gymnasium trifft sich jeden Montag.
Ein eingespieltes Team: Die Jugendrotkreuztruppe am Friedrich-Franz-Gymnasium trifft sich jeden Montag.

Jugendrotkreuzler am Friedrich-Franz-Gymnasium treffen sich jeden Montag. Julia Lubrich und Eric Hartmann absolvierten Gruppenleiterkurs

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27. Februar 2018, 09:17 Uhr

Glasscherbe im Fuß, klaffende Wunde im Oberarm, geschwollener Knöchel, Atemstillstand: Alina Holm wüsste in diesen Situationen sofort, was zu tun ist. Die 13-jährige Gymnasiastin aus Marnitz beherrscht das Abc der Ersten Hilfe aus dem Effeff. „Das Jugendrotkreuz zieht sich fast durch mein ganzes bisheriges Schulleben“, verrät die Achtklässlerin. Alina engagiert sich seit der zweiten Klasse in der Nachwuchstruppe des DRK. Jutta Hastädt verstand es, das Interesse der Schülerin dauerhaft zu wecken. Die stellvertretende Kreisleiterin des Jugendrotkreuz (JRK) betreut seit vielen Jahren an der Marnitzer Schule eine Arbeitsgemeinschaft mit derzeit mehr als 40 Mitgliedern. Als Alina zum Friedrich-Franz-Gymnasium nach Parchim kam, stand für sie fest: „Ich bleibe dabei.“ An dieser Schule halten derzeit um die zehn Schüler ebenfalls unter Obhut von Jutta Hastädt die Fahne des Jugendrotkreuz hoch. Sie treffen sich einmal in der Woche, um ihr Wissen und ihre praktischen Fertigkeiten zu vervollkommnen, sich mit der Geschichte des DRK vertraut zu machen und sich auf spezielle Wettbewerbe vorzubereiten. Spiel und Spaß gehören ebenso dazu wie die obligatorische „Keksrunde“ als Motivationsspritze. Alina ist übrigens nicht das einzige Mitglied, das nach einem Schulwechsel der Sache treu blieb: Auch Emma Retemeyer (13) hält an ihrem Ehrenamt fest, nachdem sie im vergangenen Sommer von der Schule am Ruhner Berg ans Parchimer Gymnasium kam. Solche Jugendrotkreuz-Biografien sind für Jutta Hastädt die größte Bestätigung ihres jahrzehntelangen Engagements. „Es macht stolz zu sehen, wie alle mit Feuereifer bei der Sache sind“. Die frühere Lehrerin hat seit 1974 vielen Schülergenerationen das Erste-Hilfe-Abc vermittelt: zunächst an ihrer ersten Wirkungsstätte in Groß Godems, dann in Ziegendorf. Danach machte sie die Marnitzer Schule zu einer Hochburg des Jugendrotkreuz im Parchimer Kreisverband. Ein unschlagbarer Ruf eilt ebenfalls der FFG-Truppe voraus. Sie geht beim diesjährigen Kreiswettbewerb vom 8. bis 10. Juni in Dargelütz als viermaliger Kreissieger an den Start. Der JRK-Kreisverband stellt zudem die Vizelandesmeister in den Altersstufen I und II.

Für Alina Holm sind die Montagstreffen in der Arbeitsgemeinschaft, die Teilnahme an Ausscheiden und Fortbildungen sowie die Unterstützung von Unterrichtsprojekten an ihrer eigenen Schule auch aktive Berufsvorbereitung: Die 13-Jährige möchte sich später im sozialen Bereich verwirklichen. Deshalb wolle sie sich als nächstes um einen Praktikumsplatz beim DRK-Kreisverband bewerben. Kaum erwarten kann es Alina, nach ihrem 15. Geburtstag ihre Jugendleiter-Card machen und so noch mehr Verantwortung in der Truppe übernehmen zu können. Einen solchen vom DRK-Landesverband angebotenen Qualifikationskurs haben gerade Julia Lubrich (15) und Eric Hartmann (15) erfolgreich besucht. Statt in den Winterferien gemütlich auf der faulen Haut zu liegen, absolvierten sie mit weiteren 22 Teilnehmern zwischen 15 und 48 Jahren aus dem ganzen Land eine Woche von morgens bis abends ein pralles Unterrichtsprogramm. Eric Hartmann wurde in der siebten Klasse von seiner Biologielehrerin ermuntert, beim Jugendrotkreuz mitzumachen. Er finde es beruhigend zu wissen, dass man im Notfall helfen kann. „Nichts tun ist das Schlimmste, was man tun kann“, findet der Neuntklässler. Aus dieser Motivation heraus hat sich auch Johanna (14) für das Jugendrotkreuz entschieden: „Ich möchte nicht tatenlos dastehen müssen, wenn etwas passiert.“

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