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Parchimer Zeitung

20. November 2017 | 16:39 Uhr

Suckow : Die Zirkuskarawane zieht weiter

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Familie Köllner aus Suckow auf dem Weg nach Berlin / Tourneeplan für das Jahr steht / Tiershow und Akrobatik hat viele Fans

von
erstellt am 18.Jan.2015 | 11:56 Uhr

Für den zehnjährigen Diego hieß es wieder einmal Tschüs sagen. Am Freitag hat er sich in der Marnitzer Schule für einige Monate von seinen Kameraden der vierten Klasse verabschiedet. Ab sofort wird Diego die Bank in einer Berliner Schule drücken. „Das bin ich gewöhnt. Ich freue mich auf meine  Lehrer, die ich ja schon gut kenne“, sagt die pfiffige Junge. Er ist der jüngste Spross der Zirkusfamilie Köllner, die seit Ende der 90er Jahre in Suckow zu Hause ist und seit 16 Jahren mit ihrem Zirkus Astoria durch Deutschland und Nachbarländer tourt. Früher als in anderen Jahren geht für Köllners die Winterpause zu Ende. Schon in dieser Woche öffnet sich für sie der Vorhang im Chapiteau im Berliner Stadtteil Schöneberg.

„Als wir Ende November unsere Zelte in Berlin abgebrochen haben, um die Weihnachtszeit in unserem mecklenburgischen Zuhause in Suckow mit der ganzen Familie zu verleben, haben wir uns zunächst darauf sehr gefreut. Es waren auch sehr schöne Tage. Aber nun können wir es kaum noch erwarten, wieder in den Zirkusalltag einzutauchen“, sagt Familienoberhaupt Ricardo Köllner, der die Zirkustradition bereits in der sechsten Generation fortführt. Und auch Tochter Jamie (14) kann dem frühzeitigem Saisonstart viel Gutes abgewinnen: „In Berlin ist schließlich mehr los, als in unserem kleinen Dorf.“

Bevor am Freitag am so genannten Südkreuz die erste Vorstellung des Jahres 2015 beginnt, hatten Köllers jede Menge Arbeit für die Vorbereitung investiert. Die älteste Tochter Celine (16) hat sich in den zurückliegenden Tagen um die Werbung gekümmert. „Das ist eine wichtige Sache. Auch wenn wir in Berlin seit drei Jahren regelmäßig mit dem Zirkus Astoria auftreten, reicht Mund-zu-Mund-Propaganda nicht aus, um das Zirkuszelt immer wieder neu zu füllen“, gibt Ricardo Köllner zu bedenken. Das Großstadtpublikum sei allerdings sehr zirkusinteressiert und zum bunten Leben an der Spree passe ihr Angebot wie die Faust aufs Auge.

Zur Zirkuskarawane der Köllners gehören acht Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von rund 40 Tonnen. Am Steuer eines 310-PS-Brummis sitzt dann auch Ricardos Ehefrau Velicka, die wie der Chef mit Stolz sagt „prima fahren kann“. Mit auf Tour in die Bundeshauptstadt gehen zwei Dutzende Tiere, darunter zwei Kamele, Lamas, vier Esel, Hunde, Ponnys, Pferde und sechs Tauben. Das Federvieh, dass als schwer dressierbar gilt, kommt mit Velicka groß raus, die auch charmant durch das gut anderthalbstündige Programm führt.

Die Mädchen zeigen akrobatische Meisterleistungen und Zirkusdirektor Ricardo sorgt mit seinen großen Tieren für Begeisterung.

Der jüngste Köllner, der zehnjährige Diego, ist längst der kleine Star von Astoria. „Er ist einfach der geborene Clown“, sagt sein  Vater und niemand widerspricht. „Das finden auch die kleinen Mädchen toll“, räumt seine Schwester neidlos ein. Wenn er im Spätherbst wieder zu seinen Klassenkameraden in die Marnitzer Schule zurückgekehrt hat er mit Sicherheit viel über die Tournee zu erzählen.

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