Parchim : Die Wallrippe und ihre Hainbuchen

Diese Hainbuchen am Südzipfel der Wallanlage sind mittlerweile verschwunden.
Diese Hainbuchen am Südzipfel der Wallanlage sind mittlerweile verschwunden.

Um gegen den Artenschwund anzugehen, hat die Nabu-Ortsgruppe Parchim auch ein Auge auf Bäume und Vögel am Stadtwall

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13. Juli 2018, 05:00 Uhr

Wenn es um den Schutz von Gewässern, Wäldern oder Tierarten geht, dann machen sich auch die Mitglieder des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) für deren Erhaltung stark. Auch die Nabu-Ortsgruppe Parchim ist aktiv und kümmert sich in ihrer Region unter anderem um die „Wallrippe“, die sich am Südzipfel der Wallanlagen hinter dem Sparkassenparkplatz befindet und einst mit 140 bis 150 Jahre alten Hainbuchen bepflanzt wurde.

„Die Wallrippe ist hier der letzte Rest der früheren Stadtumwallung und wurde neu modelliert. Dort werden im Herbst wieder neue Hainbuchen für die Vögel wachsen“, sagt Nabu-Mitglied Bernd-Udo Heckendorf. Die Hain-oder Weißbuche (Carpinus betulus) gehört zu den Birkengewächsen und ist verbreitet in ganz Europa. Dieser bis 28 Meter hohe frostharte Laubbaum kann ein Alter von 150 Jahren erreichen und wächst nur langsam. Die Blätter und Blüten entwickeln sich gleichzeitig von April bis Juni. Dann werden Früchte ausgebildet, die oft als „Nüsschen“ bezeichnet werden, für deren Verbreitung dann meist Nager sorgen. Sie war der Baum des Jahres 1996.

„Die jetzige Wallrippe oder der frühere Eulenberg, so wie dieser von den Parchimer Einwohnern genannt wird, ist eng mit dem Waldkauz (Eulen) und den Wallanlagen verbunden“, erklärt Bernd-Udo Heckendorf.

Der Parchimer Heimatforscher, Botaniker und Ornithologe Walter Dahnke schrieb schon 1954: „Unsere Jugend nennt den Hügel den Eulenberg, weil hier tatsächlich manchmal auch Eulen sind“.

Auf der traditionellen Herbsttagung der Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz im Club am Südring im Oktober des Vorjahres, wurde der Vogel des Jahres 2017 ausgewertet und die Brutvogelpaare erfasst. „Die Nabu-Ortsgruppe Parchim wird Nistkästen für die Singvögel in den Wallanlagen fachgerecht anbringen, deren Sponsor die Stadt ist, um einen weiteren Artenschwund zu vermeiden“, sagt Nabu-Ortsgruppenleiter Jürgen Gärtner.

Zu den häufigsten Singvögeln zählen in Parks und Anlagen Amsel, Kleiber, Gartenbaumläufer, Rotkehlchen, Kohlmeise, Mönchsgrasmücke und der Star. Leichte Abnahmen im Bestand seien laut Nabu bei Blaumeise und Zilpzalp zu verzeichnen, während der des Zaunkönigs und des Buchfinks deutlich abgenommen hat.

Hier noch ein Tipp: In der Stadtbibliothek wird das monatliche Naturschutzbund-Heft „Natur heute“ angeboten.

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