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Parchimer Zeitung

18. Dezember 2017 | 17:50 Uhr

Parchim : Die Waldameisen ziehen um

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Für den geplanten Radweg zwischen Parchim und Spornitz wurden die Nester der geschützten Krabbler umgesetzt

von
erstellt am 30.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die Waldameisen am Rand der Bundesstraße bei Parchim Richtung Spornitz sind umgezogen. Die Nester der für das Ökosystem so wichtigen Krabbler waren auf der Trasse für den geplanten neuen Radweg.

Wenn neue Wege oder Straßen gebaut werden, gibt es eine landschaftspflegerische Begleitplanung. Darin werden auch die Nester der geschützten Ameisen berücksichtigt, erklärt Dr. Axel Klein vom Verein Deutsche Ameisenschutzwarte. Die Nester müssen umgesiedelt werden - am besten im Frühjahr. Dazu werden sie ausgegraben und das Material wird in Tonnen oder Papiersäcken transportiert. Am neuen Ort werden die Nester schichtweise ausgelegt. Wenn alles ordentlich gemacht wird, seien die Chancen auf eine erfolgreiche Umsiedlung gut. Wenn nicht, könne es zum Kollateralschaden führen.

Es wird versucht, nicht nur die Haufen, sondern auch unterirdische Teile von der künftigen Baustelle zu entfernen, ist aus der Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim zu erfahren. Die Ameisen werden an nahe, sonnige Waldränder gebracht und können sich dort wieder ansiedeln. Dazu werden die entsprechenden Stellen auch richtig vorbereitet.

Zum Parchimer Beispiel erklärt Andreas Bonin, Sprecher der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim: „Für das Bauvorhaben Radweg Parchim-Spornitz wurden durch den Vorhabensträger Straßenbauamt Schwerin umfangreiche Planungsunterlagen nicht nur für die technische Planung sondern auch für die Berücksichtigung der Naturschutzbelange erarbeitet.“ Das werde derzeit und im weiteren Bauverlauf realisiert. Ein Einschreiten der Naturschutzbehörde werde nicht erforderlich, da alle Maßnahmen bereits zwischen Baulastträger und Behörde abgestimmt wurden und der Schutz von Arten gewährleistet sei.

Hubert Fleischmann vom Verein Deutscher Ameisenschutzwarte informiert, dass von 1985 bis 2016 im ganzen Bundesgebiet über 6800 Waldameisenvölker umgesiedelt wurden.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim kommt das selten vor, wenn Bauvorhaben am Waldrand geplant werden. Bisher mussten in wenigen Fällen Waldameisen, Zauneidechsen und Fledermäuse umgesiedelt werden. Beispiele hierfür sind neben dem Radweg von Parchim nach Spornitz der Neubau der Autobahn 14 und ein Kiesabbau in Wöbbelin. Die Kosten für die Umsiedlungen übernimmt jeweils der Träger des Vorhabens. Im Landkreis mussten bislang keine Bauprojekte wegen der erforderlichen Umsiedlung von geschützten Arten gestoppt werden, sagt Andreas Bonin. Bereits bei der Planung sei die untere Naturschutzbehörde beteiligt.

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