Damm : Die Wagen kommen von überall

Bei der Rast während des Umzugs bestaunten die Traktoristen gegenseitig ihre Fahrzeuge. Fotos: Steffen Pietka
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Bei der Rast während des Umzugs bestaunten die Traktoristen gegenseitig ihre Fahrzeuge. Fotos: Steffen Pietka

Damit die Leute zusammenkommen: Verein Kultur Aktiv Alte Elde organisierte großen Erntefestumzug in Damm

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26. September 2017, 05:00 Uhr

„Es ist großartig! Die Wagen kommen von überall her: Neu Matzlow, Malchow, Garwitz, Damm, Parchim…“, schwärmt Resi Koschel-Bühring und betrachtet glücklich die zahlreich erschienenen, festlich geschmückten Gefährte.

Als stellvertretende Vorsitzende des Kultur Aktiv Alte Elde e.V. organisiert sie das Geschehen in und um Damm mit und wird auch den Erntefestumzug begleiten – allerdings auf dem Fahrrad. Im Gegensatz zu uns Reportern, die wir freundlich dazu eingeladen sind, doch obenauf mitzufahren. Da trifft es sich gut, dass Pastorin Jessica Warnke-Stockmann vor Ort ist und den kirchlichen Segen mit auf die Fahrt gibt. Also los! Der Anhänger ist gut gefüllt, alles was nicht niet- und nagelfest ist, kommt mit: Oma, Opa, mittleres Semester, Kind, altersschwacher Hund, eine Menge Durstlöscher mit und ohne Umdrehungen, Elektronisches zur fröhlichen Musikbeschallung und sogar eine Spinne, die es sich zwischen dem Mais gemütlich gemacht hat. Leider ist ihre Anwesenheit unerwünscht und ihre Fahrt endet irgendwo zwischen Möderitz und Malchow.

Achtzehn Wagen setzen sich in Bewegung, feierlich herausgeputzt mit Sonnenblumen, Maisstauden, Eichenblättern, Hortensien, Luftballons… Die Sonne lacht und da wir ja mittendrin sind und nicht zu den Autofahrern hintenan gehören, ist es eine entspannte Tour. Überall winken die Dorfbewohner aus ihren Gärten, endlich können wir aufgrund der Höhe mal über die Grundstücksmauern schielen – und dem Himmel, was sind wir ihm nahe! Zwischen Wäldern und Wiesen machen wir eine Rast, es ist schon ein Anblick, diese Kolonne. Einige springen in den Wald, das Bier zollt seinen Tribut und selbst Partywagen „Horst“ lechzt nach einer Feierpause.

Der elfjährige Hermann aus Möderitz war schon viermal dabei. „ Braucht man einen Führerschein für den Trecker“, fragt er, der vielleicht eines Tages selbst mal den Zug anführen wird. Er gehört zu den zahlreichen Kindern, die dem Fest heute beiwohnen. Nach einer zweistündigen Fahrt durch die wunderschöne Natur kommen wir sicher an. Gott hat Wort gehalten. Und selbst die Musikanlage, die heute ein wenig versagte, kann den Vorsitzenden Mike Hölke nicht von seiner guten Laune abbringen. „Dass die Leute zusammenkommen“, hatte er sich gewünscht und mit seiner positiven Art sicherlich auch dazu beigetragen. Im dritten Jahr ist der Ernteumzug jetzt unter der Leitung des Vereins, welcher sich auf die Fahne geschrieben hat, das sportliche und kulturelle Leben in den umliegenden Ortschaften zu fördern. Das ist heute gelungen. Eine schöne Tradition wird hier gelebt, die nicht vergessen und verstaubt, sondern familiär und einladend daherkommt. Wir werden noch zu reichlich selbstgebackenem Kuchen und Tanz mit Musik von DJ Ecki eingeladen, doch so viel frische Landluft hat uns Stadtkinder müde gemacht und wir verabschieden uns von der gastfreundlichen Gemeinschaft, werfen den Motor an und lassen die goldenen Felder hinter uns zurück.

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