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Stromtrasse Güstrow-Perleberg : Die Strommasten sollen wachsen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Planungen für Freileitung werden konkreter. Info-Markt am 5. April in Parchim.

von
erstellt am 24.Mär.2017 | 05:00 Uhr

28 Meter hoch sind derzeit die Freileitungsmasten nördlich von Parchim Richtung Granzin, Herzberg und Dobbertin. Künftig ragen sie gut 38 Meter in den Himmel. Das ist Inhalt des Projekts von Netzbetreiber 50Hertz, der die bestehende 220- durch eine 380-kV-Freileitung ersetzen will.

Die Planungen für die Stromautobahn zwischen Güstrow und Perleberg, die ab dem Jahr 2020 ausgebaut werden soll, werden immer konkreter. So beispielsweise auch für die Masten nördlich von Parchim. Auf dem größten Teil der Trasse sollen sogenannte Einebenmaste eingesetzt werden, deren Konstruktion den 220-kV-Masten ähneln, aber die breiter und höher sind. In der Nähe von Güstrow sollen hingegen sogenannte Donaumasten aufgestellt werden – nicht ganz so breit, aber wesentlich höher. Das wird angepasst an eine auf diesem Teilabschnitt parallel laufende Freileitung Richtung Schwerin-Görries, ist von Projektleiter Rocco Hauschild zu erfahren.

Für die Stromautobahn südlich von Parchim steht die Art der Masten noch nicht fest. Möglicherweise gibt es aber Anfang April Neuigkeiten. Dann stellt 50Hertz die Planungen bei öffentlichen Informationsmärkten vor. Am 5. April vom 15 bis 19 Uhr steht ein großes Expertenteam im Solitär der Kreisverwaltung in Parchim Rede und Antwort – so zu Genehmigungsverfahren, Trassenplanung, Liegenschaften, Naturschutz.

50Hertz habe gute Erfahrungen mit einer frühzeitigen öffentlichen Beteiligung weit vor dem Genehmigungsverfahren, sagt Dorit Rößler. Sie ist beim Netzbetreiber verantwortlich für die Öffentlichkeitsbeteiligung an diesem Projekt. Hier gebe es Hinweise für die Fachplanung. Größtenteils soll die neue Leitung genau an der Stelle der alten gezogen werden. Mit kleinräumigen Optimierungen im Trassenverlauf, erklärt Rößler.

Als Beispiel nennt Rocco Hauschild: Bei Lancken soll die Trasse etwas weiter weg von der Bebauung verlegt werden – aber nicht zu dicht an Stralendorf auf der anderen Seite. Diskussionen gibt es u. a. auch um eine mögliche Verlegung der Trasse, die durch ein großes Feuchtgebiet bei Dobbertin, die Dobbiner Plage, führt.

Bei der Erneuerung der Leitung wird zunächst die alte Konstruktion abgebaut und dann die neue errichtet. Abschnittsweise von Süd nach Nord und immer von einem Umspannwerk zum nächsten. Genauer untersucht wird noch, ob sich die neuen Masten an gleicher Stelle errichten lassen, wo die alten Fundamente sind.

Die bestehende Freileitung stammt aus dem Jahr 1958. Die neue Leitung soll 2021 in Betrieb gehen und laut den Planern sechsmal soviel Strom transportieren können. Ihre höhere Kapazität wird dringend gebraucht, um insbesondere den Windstrom aus Norddeutschland zu den Verbrauchern in den Süden zu bringen.


Zum Projekt


• Zwischen den Umspannwerken Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern und Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt wird die bestehende 220- durch eine 380-kV-Freileitung ersetzt.

• Den Ausbau plant 50Hertz. Der Netzbetreiber ist verantwortlich für Betrieb, Instandhaltung und Ausbau der sogenannten Stromautobahnen (220 kV und 380 kV) in sieben Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen).
• Die Netzverstärkung der Leitung Wolmirstedt-Güstrow ist seit 2013 in einem Bundesbedarfsplan festgeschrieben.

• Die Erneuerung der Leitung soll größtenteils auf der vorhandenen Trasse in einzelnen Abschnitten – jeweils von Umspannwerk zu Umspannwerk – erfolgen. Im Süden zwischen Wolmirstedt und Perleberg sind die Planungen am weitesten.

• Für den nördlichen Teil der Trasse zwischen Perleberg und Güstrow soll das Planfeststellungsverfahren im Herbst 2017 beginnen. 50Hertz strebt bereits frühzeitig vor dem Genehmigungsverfahren die Beteiligung der Öffentlichkeit an.


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