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Persönlichkeitscoach bei Parchimer Schülern : Die Sache mit dem Meisterwerk Leben

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Der Persönlichkeitscoach Christian Bischoff verpasste 915 Schülern aus Parchim zum Start ins neue Schuljahr einen "Denkzettel" in Sachen Selbstdisziplin.

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erstellt am 28.Aug.2012 | 10:17 Uhr

Parchim | Selbstdisziplin. Respekt. Selbstvertrauen. Gib dein Bestes. Ausdauer und Wille. Ziele setzen. Keine Angst vor Neuem…. Wie ein Trommelfeuer knallte Christian Bischoff in der Parchimer Stadthalle 915 Schülern elf simple Charaktereigenschaften um die Ohren, die in der Schule und im Leben helfen sollen, erfolgreich zu sein. Und was machen die Zuhörer, allesamt zwischen 10 und 16 Jahren jung? Sie hängen dem Persönlichkeitstrainer und Life-Coach, der in den Medien sogar schon als "Schülerflüsterer" bejubelt wurde, regelrecht an den Lippen. 90 Minuten lang, in denen er die elf Bausteine seiner Mach-den-positiven-Unterschied-Pyramide erklärt. Eine Pause gibt es zwischendurch nicht, dafür aber z. B. einen ehrlichen Umgang Bischoffs mit der eigenen, von vielen Auf und Abs geprägten, Biografie und symbolische Bilder, die sich leicht im Hinterstübchen abspeichern lassen. Um zu verdeutlichen, wie verschwenderisch wir mit unseren Talenten umgehen, kippt Bischoff eine halbe Flasche Wasser von der Bühne auf den Stadthallenboden. Später wird er ein rotes Eimerchen als Sinnbild für das eigene Selbstvertrauen schwenken und mit einer Schöpfkelle umherwedeln: Jeder sollte täglich drei solcher Eimer ehrlich mit positiven Gedanken, Erlebnissen und guten Taten füllen, gibt Bischoff den Teenagern mit auf den Weg und schiebt im nächsten Atemzug die Frage hinterher: "Wann habt ihr euren Mitschülern und Lehrern das letzte Mal was Positives gesagt?" Sogleich gibt der Coach seinen Zuhörern in einer Lobrunde die Gelegenheit, das hier und jetzt nachzuholen. Dreieinhalb Minuten war der ganze Saal auf den Beinen...

Christian Bischoff trat allein im vergangenen Jahr in 276 Veranstaltungen vor Erwachsenen und Jugendlichen in ganz Deutschland auf. Seit ca. 15 Jahren ist er ständig auf Achse, um in positiver Hinsicht am Selbstvertrauen anderer zu rütteln und Menschen darin zu unterstützen, wie sie ihr Ding im Leben erfolgreich durchziehen können. Wie motiviert sich bei diesem Pensum eigentlich ein Persönlichkeitstrainer? Bischoff verrät gern seine "Droge": "Indem ich jeden Tag meine eigenen Seminare besuche", gibt sich der ehemalige Basketballprofi locker. Dabei verliert er nie aus dem Blick, dass er sich gerade sein junges Publikum jedes Mal aufs Neue erobern muss. "Ich erwarte das Beste und rechne mit dem Schlimmsten", geht er mit einer gehörigen Portion Respekt in jedes einzelne Schülerevent. In Parchim sprang der Funke schon nach wenigen Augenblicken über, und zwar bei beiden Veranstaltungen in der jeweils rappelvollen Stadthalle. Hier saßen Schüler der Goethe-, der Fritz-Reuter-Schule sowie aus dem Friedrich-Franz-Gymnasium an diesem Vormittag quasi gemeinsam in einer Bankreihe. Ein schulübergreifendes Projekt dieser Art, angeschoben von der Goetheschule, hat es in Parchim bisher noch nicht gegeben. Der Ansatz, dass mal ein Außenstehender den Fünft- bis Zehntklässlern zum Start ins neue Schuljahr einen "Denkzettel" verpasst, wie man sich selbst motiviert, war dem Lions Club und der Parchimer Bürgerstiftung sogar eine Projektförderung wert.

Als Vera und Marten Bonßdorf sich dann abends wie ca. 280 weitere Mütter und Väter auf den Weg zum Elternevent machten, waren sie bereits von ihren drei Kindern (14, 14, 12) vorgewarnt: Christian Bischoff überlasse auf der Bühne nichts dem Zufall. "Ich kann mir gut vorstellen, dass er mit dem Bonus als Externer und mit seiner Art bei den Jugendlichen ankommt", sagt Vera Bonßdorf. Nachdem die dreifache Mutter ihn selbst 90 Minuten live erlebt hatte, trat sie den Heimweg völlig im Reinen mit sich selbst an: "Ich fühle mich bestärkt in dem, was wir unseren Kindern täglich vorleben. Und das tut gut."

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