Parchim : Die Quartiere der Dragoner

Historische Ansicht von der Lindenstraße  Repro: Grohmann
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Historische Ansicht von der Lindenstraße

Frank Grohmann lädt zu einer Fotoreise ein

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21. Februar 2020, 05:00 Uhr

Interessierte dürfen sich auf eine Wanderung anhand von historischen Postkarten und Fotos durch die alten Parchimer Straßen freuen. Sie findet am 29. Februar ab um 15 Uhr im Parchimer Rathaus statt. Die Zeitreise unter dem Motto „Parchim im Wandel von 150 Jahren“ macht Frank Grohmann möglich. Er stimmt auf seinen Vortrag ein: „Mit Bildern ist die Kleinstadtidylle anschaulich dargestellt und das Wirtschaftsleben der Stadt mit den Handwerkern, Geschäfts- und Gewerbetreibenden wieder erlebbar gemacht. Liebevoll sanierte Fachwerkhäuser haben den Charme unserer Stadt erhalten und sind heute Aushängeschild. Aber verschwundene Häuser und Straßenzeilen veranschaulichen die wechselvolle Geschichte. In der Wocker-straße, Langen Straße, Lindenstraße, Blutstraße und auf dem Ziegenmarkt sind diese Veränderungen besonders deutlich. Hier sind leider prägende Bauten unwiederbringlich verloren gegangen“, bedauert Grohmann.

Ein Blick in die Parchimer Volkszählliste von 1867, die dem Referenten vom Heimatbundfreund Dr. med. Geert Ruickoldt zur Verfügung gestellt wurde, veranlasste den Heimatforscher, die Quartiere der Offiziere und Dragoner nach ihrem Einzug 1867 genauer zu betrachten. Die 368 einrückenden Dragoner erhielten ihre Unterkünfte in den Häusern der Stadt. Frank Grohmann weiß: Das war mit einigen Problemen verbunden. Die Häuser befanden sich nur innerhalb der Stadtmauer, denn erst mit der neuen Zollgesetzgebung im Jahre 1863 konnte außerhalb der Stadtmauer gebaut werde. Der erste Bau wurde das Wall -Hotel, gefolgt von Wilhelm Hilgendorffs Gartenlokal „Zentralhalle“. Erst zwölf Jahre später, im Jahr 1879, konnte die neu errichtete Kaserne bezogen werden.

Der erste in Parchim lebende Fotograf war der Buchbinder Hans Heinrich Kelting, der von Herbst 1862 bis Dezember 1874 tätig war. Seine Arbeiten waren Personenaufnahmen. Von Kelting stammt der erste Versuch, eine Parchimer Straße im Bild darzustellen. Aus seinem Haus heraus entstand vor 1874 eine interessante und gelungene Aufnahme in die Heidestraße. Seine Nachfolger, die Fotografen Freitag und Hass, brachten dann Straßenaufnahmen auf Pappe gezogen in den Handel. Erst um 1890 sind erste Ansichtskarten von Parchim bekannt. Mit diesen alten Karten, die von Freunden des Bundes Dragoner-Ortsgruppe Parchim, vom Museum, dem Stadtarchiv und von anderen Privatpersonen zur Verfügung gestellt wurden, konnte dieser bildliche Spaziergang zu den Dragoner-Quartieren gestaltet werden. „Lassen Sie sich überraschen, in welchen teilweise noch erhaltenen Häusern die Dragoner ihre Unterkunft hatten“, so Grohmann.

Die Präsentation zeigt anschaulich, wie sich Parchim in diesen 150 Jahren verändert hat. Vielen Parchimern sind Glaserei Suckow, Cafe Ringe, Buchhandlung Kunkel, Kaufmann Michelssen oder Kaufmann Jacobs noch gut bekannt. Auch an diese „alten Parchimer“ wird am 29. Februar erinnert. Die Freunde des Heimatbundes und die Kameraden des Bundes Dragoner-Ortsgruppe Parchim freuen sich auf viele Besucher.

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