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Mecklenburg von seiner schönsten Seite : Die Lewitz in den Speisesaal geholt

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Lewitz-Werkstätten: Seit kurzem zieren zehn Fotoimpressionen aus dem Landschaftsschutzgebiet den neu gestalteten Raum

Zum ersten Arbeitstag im neuen Jahr wartete auf Kai Bergmann, Mitarbeiter der gemeinnützigen Lewitz-Werkstätten, eine gelungene Überraschung: Während seines Weihnachtsurlaubes ist der Speisesaal gemalert worden und die Wände zieren neuerdings großformatige Fotoimpressionen aus dem Vogel- und Landschaftsschutzgebiet Lewitz. Bei der Bildauswahl hatte Kai Bergmann, seit 16 Jahren in der Montage der Werkstätten beschäftigt, ein entscheidendes Wörtchen mitzureden: Als Vertreter des Werkstattrates gehörte er der neunköpfigen Jury an, die aus einem Fundus von 223 Fotos insgesamt 20 auswählte. Diese wurden noch vor dem Jahreswechsel von Steffen Kusebauch und Torsten Köhler-Barth von der Firma Drei J Design und Druck in Schwerin professionell vergrößert und im Feine Art Print gedruckt. Zehn Bilder hängen nun im Speisesaal, zwei weitere „ziehen“ ins Verwaltungsgebäude. Acht Fotos finden nach und nach einen würdigen Platz in den verschiedenen Einrichtungen der Lewitz-Werkstätten. In der kommenden Woche nimmt Geschäftsführer Marko Schirrmeister zum Beispiel ein Foto als Einweihungsgeschenk mit nach Ludwigslust, wo eine neue Trainingswohnstätte übergeben wird.

„Dass ich die Möglichkeit bekam, Bilder mit auszusuchen, die die Lewitz gut repräsentieren, hat mir viel Spaß bereitet“, sagt Kai Bergmann. „Es sind schöne Fotos, von allem ist etwas dabei“, findet der 33-Jährige das Ergebnis überzeugend. Dem kann Marko Schirrmeister nur beipflichten. Er zeigte sich anlässlich der offiziellen Einweihung des neu gestalteten Speisesaales beeindruckt von der gelungenen Mischung verschiedenartiger Landschaftseindrücke, die viel aussagen über ein Stück Mecklenburg. Ein Stück Mecklenburg, in dem das 1992 gegründete Sozialunternehmen zur Förderung und Betreuung von Menschen mit Einschränkungen fest verwurzelt ist. Das habe man von Beginn an ja auch mit dem Namen nach außen dokumentieren wollen. Nun habe man sich sogar ein Stück Lewitz ins Haus geholt – sehr zur Freude der Betrachter. Im Speisesaal nehmen täglich mehr als 300 Frühstücks- und Mittagsgäste Platz, darunter immer wieder Besucher von auswärts, die geschäftlich in der Einrichtung zu tun haben. Einmal im Jahr verwandelt sich der Raum außerdem in einen Musiksaal - zum klassischen Konzert der Lebenshilfe.

Ein Symbol der Lewitz – das ist für Tobias Foedisch jene Solitäreiche bei Wöbbelin. „Man kommt an diesem allein stehenden Baum einfach nicht vorbei. Er fällt schon von weitem ins Auge, egal aus welcher Richtung man kommt“, findet der Konditor, der bereits in den Lewitz-Werkstätten sein Handwerk gelernt hat. Als Jury-Mitglied war er sofort fasziniert, als er das Foto von der Eiche sah. Es stammt von Angelika Lindenbeck aus Schwerin. „Tatsächlich handelt es sich hier um eine von meinen drei Lieblingseichen. Ich habe sie schon in allen Jahreszeiten fotografiert und gehe sie immer wieder gerne besuchen“, bekennt Angelika Lindenbeck. Die freiberufliche Fotografin hat im Verlauf von mehr als drei Jahrzehnten viele Seiten Mecklenburgs kennen- und lieben gelernt und mit der Kamera festgehalten. Tobias Foedisch findet es jedenfalls klasse, einen der schönsten Plätze der Lewitz nun ständig im Visier zu haben: Wenn er morgens in seine Backstube in den Lewitz-Werkstätten geht, schaut er direkt auf den Baum. „Da fängt der Tag schon gut an“, gesteht der ambitionierte Konditor.

Insgesamt haben die Lewitz-Werkstätten neun Fotografen eingeladen, sich an einem Wettbewerb zu beteiligen und Ansichten vom Naturparadies Lewitz einzureichen. Die Namen der Bildautoren blieben der Jury selbstverständlich verborgen, bis die Auswahl feststand. Groß war die Überraschung beim Fotoclub Neustadt-Glewe: Elf von den 20 prämierten Fotos stammen von drei Mitwirkenden dieses im Jahr 2000 gegründeten Clubs: Bernd Güsmer, Albert Freiler und Günther Schulz.

Günther Schulz fand wenige Monate nach der Gründung zu der Interessengemeinschaft, in der 14 Mitglieder ein gemeinsames Hobby teilen und den Austausch pflegen. Die Passion des Hobbyfotografen, der viele Jahre als Hörgeschädigtenpädagoge in Ludwigslust und bis zum Abschied aus dem Berufsleben im vergangenen Jahr an einer Schule für Behinderte in Hagenow tätig war, sind Landschafts- und Reisefotografien. Gerade eben ist eine Ausstellung seiner Bilder in Stralendorf eröffnet worden.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 20:50 Uhr

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