Persönlich : Die fünfte Jahreszeit ist ihr Ding

Ein Leben für den Karneval: Gisela Strenzke hat alles akribisch dokumentiert.
1 von 2
Ein Leben für den Karneval: Gisela Strenzke hat alles akribisch dokumentiert.

Gisela Strenzke aus Spornitz liebt den Karneval und war selbst mehrere Jahrzehnte vor und hinter der Bühne aktiv

23-13265854_23-78746386_1459441285.JPG von
11. Februar 2018, 23:50 Uhr

Zwischen dem 11. 11. und dem Aschermittwoch ist Gisela Strenzke noch mehr in ihrem Element: Sie liebt die närrische Zeit über alles und fühlt sich dem (Spornitzer) Karneval seit vier Jahrzehnten verbunden. Für ihre Verdienste wurde sie nun vom Landesverband mit dem Silbernen Orden des Bundes Deutscher Karneval geehrt. „Das war eine große Überraschung für mich“, freut sich das Ehrenmitglied im Spornitzer Karnevalverein (SKV) über diese Anerkennung.

Mehrere prall gefüllte Fotoalben erzählen davon, wie Gisela Strenzke quasi an allen Fronten des Karnevals aktiv war. Tatsächlich gestaltete die heute 71-Jährige 28 Jahre lang in ihrem Heimatdorf federführend den Kinderfasching. Legendär: Als „Kleiner Muck“ scharrte sie 1984 mehr als 200 Jungen und Mädchen um sich. „Das war meine Paraderolle. All diese fröhlichen Augen zu erleben, es war bombastisch.“ Für die temperamentvolle Seniorin fühlt es sich an, als sei das alles gerade gestern gewesen: Als Müller mit Max und Moritz, als Tapferes Schneiderlein, Igelvater oder als Sonne aus der Geschichte von der Raupe Nimmersatt steckte sie das junge Publikum regelrecht mit dem Karnevalsfieber an. Von 1982 an leitete sie vier Jahre die Frauen-Showtanzgruppe. Zwölf Jahre tanzten in der fünften Jahreszeit sogar die Männer nach ihrer Pfeife. Und auch in der Bütt übernahm Gisela Strenzke regelmäßig tragende Rollen. Das Publikum bog sich vor Vergnügen, wenn sie als feine Dame, reiselustige Rentnerin oder streitlustige Ehefrau so richtig vom Leder zog. Gemeinsam mit der Parchimerin Lotti Jenßen mischte sie ebenfalls beim Weiberfasching mit. Doch was so locker und pointiert von der Bühne daher kam, war stets das Ergebnis monatelanger Vorarbeit. Das Singen und Tanzen liegt Gisela Strenzke im Blut. Dass ihr die zündenden Ideen nie ausgingen, sei aber auch beruflich bedingt gewesen: Gisela Strenzke war 37 Jahre als Erzieherin tätig, davon 27 Jahre in Spornitz, wo sie seit 1976 beheimatet ist. Die interaktive Arbeit, Rollen- und Theaterspiele prägten ihren Alltag mit Kindern, die Gitarre lag immer in Reichweite. „Es war ein großes Glück für mich, dass ich meine Interessen und Talente im Beruf und in der Freizeit gleichermaßen ausleben konnte“, blickt sie dankbar zurück. Während ihrer Zeit als aktive Karnevalistin wurde die rührige Spornitzerin von drei Präsidenten regiert: Helmut Ewerdt, Peter Dobslaff und Christian Gennerich-Nemec. „Wir Spornitzer Karnevalsakteure waren immer eine tolle Mannschaft“, schwärmt sie und meint damit natürlich auch ihren Mann Günter Strenzke mit seinem handwerklichen Geschick. Obwohl Gisela Strenzke seit 2012 im wohlverdienten karnevalistischen Ruhestand ist, freut sie sich, wenn sie zu besonderen Anlässen noch mal zum Zuge kommen darf: Zum 60-jährigen Bestehen des Spornitzer Karnevals 2016 brillierte sie noch einmal als Duo mit ihrem langjährigen Sketch-Partner Hans-Otto Schröder. Und als vor wenigen Tagen die „Spornitzer Perlen“ erstmals ins Licht der Öffentlichkeit traten, begleitete Gisela Strenzke das Frauenquartett auf der Gitarre.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen