Prozessionsspinner in Parchim gefürchtet : Die Eichen haben viele Feinde

<fettakgl>Die Domsühler</fettakgl> sind stolz auf die Eichen als Wahrzeichen. <foto>Foto: Wolfried Pätzold</foto>
Die Domsühler sind stolz auf die Eichen als Wahrzeichen. Foto: Wolfried Pätzold

Bei Jens-Uwe Springer stand in den letzten Tagen das Telefon nicht mehr still. "Die Medienberichte über den Eichenprozessionsspinner verunsichern viele Waldspaziergänger", so der Leiter des Forstrevieres Voigtsdorf.

svz.de von
28. Juni 2012, 07:39 Uhr

Parchim | Bei Jens-Uwe Springer stand in den vergangenen Tagen das Telefon nicht mehr still. "Die Medienberichte über den Eichenprozessionsspinner verunsichern derzeit viele Waldspaziergänger", so der Leiter des Forstrevieres Voigtsdorf, dass zum Forstamt Friedrichsmoor gehört. Der Experte gibt zu bedenken: "Es ist nur die halbe Wahrheit. Leider wurde bislang kaum erwähnt, dass viele Eichen in diesem Jahr von den so genannten ,Eichen-Fraßgesellschaften’ befallen wurden. Die betroffenen Bäume erscheinen ebenfalls kahl. Im Gegensatz zum Prozessionsspinner sind diese Tiere für den Menschen aber völlig harmlos und fressen sich eben nur bis in die Vorgärten hinein", betont Jens-Uwe-Springer. Obwohl es den Eichen in seinem Revier überwiegend gut geht, muss auch er die Folgen der Eichen-Fraßgesellschaften zur Kenntnis nehmen. "Bislang gibt es bei uns keinen Grund, mit chemischen Mitteln dagegen vorzugehen. Die Eichen-Fraßgesellschaften sind nur in lockeren Eichengruppen in den Wäldern zu beobachten und die Bäume dürften sich davon wie in der Vergangenheit wieder erholen", meint der Forstmann aus Erfahrung.

Anders stellt sich die Situation im Zusammenhang mit dem Befall durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners dar. Auch in der Parchimer Region wird er derzeit vor allem in lichten Eichenwäldern, an Eichenalleen und bei Einzelbäumen beobachtet. Der Eichenprozessionsspinner breitet sich von Süden her kommenden massenhaft aus - diesmal auch in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Brennhaare enthalten Nesselgift, das auch für den Menschen gefährlich ist. So wie der Name es bereits sagt, befällt der Schädling vor allem Eichen, die ihm schutzlos ausgeliefert sind. Seit der Warnung vor der Ausbreitung dieses Schädlings im Landkreis Ludwigslust-Parchim gehen bei der Kreisverwaltung und Ordnungsämtern immer mehr Meldungen und besorgte Anrufe ein, informiert Landrat Rolf Christiansen kürzlich. Auch einige Meldungen von Ärzten über Krankheitserscheinungen seien bereits eingetroffen, wobei es sich bei diesen zumeist um Haut- und Augenreizungen handelt. Ein Kind erlitt einen Asthmaanfall. "Wir stimmen das Vorgehen jeweils mit den Eigentümern bzw. Verantwortlichen vor Ort ab, so der Landrat.

Die Eichen haben offenbar viele Feinde. So mussten in Domsühl bereits einzelne Bäume gefällt werden, weil ein Pilz den Eichen im Fußbereich zugesetzt hatte und damit die Standfestigkeit nicht mehr gegeben war. Domsühl verfügt über mehr als 150 der stattlichen Bäume, die hier seit Jahrhunderten Wahrzeichen sind.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen